Der Gemeinsame Markt zwingt zur Bereinigung verzerrter Währungs-Relationen

Von Jacques Stohler

Vor wenigen Tagen noch lastete auf der Eröffnung des Gemeinsamen Marktes der sechs Länder, die sich in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft zusammengeschlossen haben, eine bedrohliche Hypothek, der sich zwar die meisten Eingeweihten bewußt waren, über die aber niemand offen zu sprechen gewagt hat. Sie ist mit den neuen französischen währungspolitischen Maßnahmen beseitigt worden. Die französische Regierung hat – ausnahmsweise wieder einmal im Einvernehmen sogar mit Großbritannien – beschlossen:

– den Wechselkurs des Franc um 17,55 v. H. zu senken,

– das Budgetdefizit entgegen den Wünschen der parlamentarischen Mehrheit von Minister Soustelles Partei UNR auf jenen Betrag zu beschränken, den der Europäische Wirtschaftsrat (OEEC) als Höchstgrenze für den Fall festgesetzt hat, daß Frankreich ernsthaft seinen internationalen Verpflichtungen gerecht werden will,

– und innerhalb eines Jahres den psychologischen Ballast abzuwerfen, der den Franc in Form von zwei (im Vergleich zur Deutschen Mark und dem Schweizer Franken überflüssigen) Nullen seit Jahren belastet.

Eine Kettenreaktion