Unter dem Einfluß der rückläufigen Nachfrage seitens der Bauwirtschaft und des Straßenverkehrsgewerbes ist der Umsatz der Klöckner-Humboldt-Deutz AG, Köln, im Geschäftsjahr 1957/58 (30. Juni) auf rd. 688 (744) Mill. DM zurückgegangen. Bei Berücksichtigung der im Berichtszeitraum sich abzeichnenden konjunkturellen Abschwächung ist nach Ansicht der Verwaltung das Ergebnis jedoch als durchaus befriedigend anzusehen. Der Exportanteil von 39 v. H. war die höchst; Exportquote seit 1945.

Im laufenden Geschäftsjahr wird der Umsatz des Unternehmens voraussichtlich 700 Mill. DM erreichen. Vorstandsmitglied Heinrich Umsatz teilte mit, daß die Verwaltung mit einem Rückgang des Exportanteils auf etwa 30 v. H. rechnet. Der Rückgang werde jedoch voraussichtlich in vollem Umfang durch das Inlandsgeschäft ausgeglichen werden. Das Traktorengeschäft entwickelt sich sehr gut. Im Bau von Diesel-Lokomotiven ist die Gesellschaft der größte Produzent in der Bundesrepublik. Auch das Werk Ulm, welches das Gesamtergebnis der Gesellschaft im Geschäftsjahr 1957/58 durch unzureichende Kapazitätsausnutzung (Umsatzausfall: 62 Mill. DM) beeinträchtigt hat, hat inzwischen Behördenaufträge und gute Auslandsaufträge erhalten.

Wegen der schleppenden Auftragserteilung der Bundesbahn sowie der Überkapazität in der Waggonindustrie ist der Umsatz der Tochtergesellschaft, Vereinigte Westdeutsche Waggonfabriken AG (Köln) im Berichtsjahr um 19 v. H. zurückgegangen. Gemäß Organvertrag sollen die freien gegangen. von Westwaggon eine Dividende in Höhe eines Drittels der KHD-Dividende erhalten. Höhe 11 Mill. DM.) Die vor allem als Zulieferant von Grauguß für die KHD tätige Isselburger Hütte AG (Isselburg) (AK: 1,0 Mill. DM) konnte Umsatz und Produktion um rd. 10 v. H. erhöhen. Nach dem Interessen-Gemeinschaftsvertrag mit Nach sollen die freien Isselburg-Aktionäre die gleiche Dividende erhalten wie die KHD-Aktionäre für 1957/58 (11 v. H.).

Die Investitionen der KHD werden sich im laufenden Geschäftsjahr etwa auf Vorjahrshöhe (rd. 28 Mill. DM) halten. Besonderes Augenmerk will die Verwaltung dem weiteren Ausbau der Außenorganisation schenken; die 14 eigenen Vertriebsgesellschaften im Ausland mit insgesamt nur 3,6 Mill. DM Kapital haben einen Umsatz von 70 Mill. DM erzielt. Auf längere Sicht gesehen, wird jedoch auch auf dem Gebiet des Traktorenbaues etwas gestehen müssen. Bei der Planung neuer Produktionsgesellschaften liegt der Schwerpunkt z. Z. bei den südamerikanischen Staaten.

Unter den einzelnen Produktionssparten der KHD lag das Schwergewicht mit einem Umsatzanteil von 44,3 (43,1) v. H. weiter beim Motorenbau. Im Schleppergeschäft mit etwas mehr als einem Viertel des Gesamtumsatzes stieg der Inlandsabsatz um 12,8 v. H. Der Absatz von Diesel-Lokomotiven stand unter verschärftem Wettbewerb. Dennoch wurde im Berichtsjahr der höchste Absatz nach dem Kriege erreicht. Stahlbauten und Aufbereitungsanlagen hatten ebenfalls gute Exporterfolge. Dagegen blieb der Absatz von Lastkraftwagen weiter unbefriedigend und beeinflußte maßgeblich das Gesamtergebnis. V. D.