Rund 80 v. H. des Aktienkapitals der Hanseatischen Hochseefischerei AG in Bremerhaven sind zum Kurs von 95 v. H. in den Besitz der Reederei Sohle KG übergegangen, wo Rudolf A. Oetker, Bielefeld, persönlich haftender Gesellschafter ist. Ein entsprechendes Übernahmeangebot Oetkers war vor kurzem an die Aktionäre des Unternehmens gegangen, das über ein. Grundkapital von 900 000 DM (zuletzt zu etwa 60 v. H. in Händen der Familien Freese und Degener) verfügt und unter dessen Flagge sechs Trawler mit rund 3500 BRT fahren. Oetker, der vor einigen Monaten noch in Kiel Verhandlungen zur Übernahme der Hochseefischerei Kiel GmbH geführt hatte, die dann allerdings gescheitert waren, übt nun den bestimmenden Einfluß auf drei Fischdampferreedereien aus, und zwar neben der Hanseatischen Hochseefischerei auf die Reederei Sohle KG (drei Schiffe) und auf die Kohlenberg & Putz Seefischerei AG (zwei Dampfer) in Bremerhaven.

Diese Flotte von gegenwärtig zusammen elf Einheiten führt Oetker praktisch in die Spitzengruppe der deutschen Hochseefischereien, zumal noch drei weitere Schiffe mit Verarbeitungs- und Kühleinrichtung in Auftrag gegeben sind. Das Kaufangebot von Oetker in Höhe von 95 v. H. muß als günstig angesehen werden. Die kritische Lage der deutschen Hochseefischerei hatte es dem Unternehmen nach dem Kriege nur zweimal ermöglicht, eine Dividende auszuschütten, und zwar eine von 4 v. H. für 1951 und eine von 5 v. H. für 1954. In den Folgejahren schloß das Unternehmen im wesentlichen mit Verlust ab. Per Ende 1957 wurde ein Verlust von fast 394 000 DM ausgewiesen, das waren über 30 v. H. des Eigenkapitals. Die eigenen Mittel von 1,3 Mill. DM deckten die Anlagen nunmehr zu 38 v. H. Sml.