Das Tagesgespräch der sogenannten „Männer im grauen Flanellanzug“, der Public-Relations- und Anzeigenberater in den USA, ist heute der Verzicht der Werbeagentur Mathes auf die „Volkswagen“-Vertretung. „Volkswagen of America“ war bis zum März dieses Jahres ohne Werbeagentur, ja fast ohne Werbung ausgekommen und hatte trotzdem seine Verkäufe in den USA von 60 000 im Jahr 1956 auf 80 000 im Jahr 1957 steigern können; für 1958 rechnet man mit einem Umsatz von 90 000 bis 100 00 Volkswagen.

„Volkswagen of America“ hatte für Werbung im vergangenen Jahr 750 000 Dollar ausgegeben. Um die Verwaltung dieses für amerikanische Verhältnisse kleinen Budgets war Anfang 1958 heftig gestritten worden, da die Werbeagenturen sich von der Vertretung des erfolgreichen deutschen Wagens einen Prestige-Erfolg versprachen. Die Mathes-Agentur, eine der kleineren Werbefirmen, behauptet nun, sie sei zum Verzicht auf die Vertretung gezwungen, weil sich grundlegende Verschiedenheiten zwischen den Absichten der Volkswagenverwaltung und der Werbeagentur gezeigt hätten. Tatsächlich lag das Schwergewicht der Entscheidung nicht so sehr bei der Volkswagenverwaltung selbst, als bei ihren Vertretern im ganzen Lande, die kürzlich einstimmig einen Wechsel der Werbeagentur gefordert hatten. Insofern ist die Kündigung kaum etwas anderes als die Vorwegnahme einer als unvermeidlich angesehenen Kündigung von „Volkswagen of America“ selbst. Die Händler, die den größten Teil der Werbekosten zu tragen haben, behaupten, die Volkswagenwerbung hätte mit der anderer europäischer Kleinwagenfabrikanten nicht Schritt gehalten, speziell nicht mit derjenigen der Engländer und Franzosen, die besseren Kontakt mit der Fach- und Tagespresse unterhalten. Die Engländer organisieren beispielsweise Probefahrten für Fachjournalisten, wobei alle englischen Firmen die Kosten der Veranstaltung gemeinsam tragen. Von ähnlichen Aktionen aller deutschen Fabrikanten, die um den amerikanischen Markt werben, ist bisher nichts bekanntgegeworden. Sch.