Im Hafen von Hamburg, das weiß doch jeder, wird emsig gearbeitet. Aber gar nicht so selten wird auch fröhlich gefeiert. Für jedes neue Schiff, das auf den Werften entsteht, wird zunächst ein Tauffest veranstaltet (mit Sekt), dann die Jungfernfahrt, bei der bis heute "kein Weiberrock" an Bord sein darf (mit Sekt und Wein) – dann eine oder mehrere Probefahrten (mit viel Wein). Ist es nicht hübsch, daß ein Schiff, ehe es "in Dienst" gestellt wird, erst einmal liebevoll geschmückt wird mit bunten Wimpeln, die es ganz verzaubern? So, "über die Toppen geflaggt", mit Gästen an Bord, fährt es die Elbe hinunter. Diese Probefahrten sind, für die Gäste jedenfalls, ein reines Vergnügen, auch wenn es ein so kleines, neues Schiff ist wie MS "Alte Liebe" (nicht ganz 1000 Bruttoregistertonnen), das in diesen Tagen auf den großen Fluß hinausfuhr, der im Wintersonnenlicht glänzte.

Seine weiteste Reise soll es von Helgoland nach Hörnum auf Sylt machen, vom 1. Juli bis 6. September täglich, für 14 Mark. Mit den beiden großen Seebäderschiffen "Wappen von Hamburg" und "Bunte Kuh", die zwischen Hamburg und Cuxhaven verkehren, wird dadurch eine tägliche Schiffsverbindung von Hamburg nach Sylt geschaffen, mit dreistündigem Aufenthalt auf Helgoland. Schon am 1. Mai beginnt die Hamburger Dampfschiffahrtsgesellschaft wieder die verbilligten Fahrten von Hamburg nach Cuxhaven mit "Jan Molsen". Zu Pfingsten, vom 16. bis 19. Mai, finden die ersten Fahrten nach Helgoland statt, und dann ab 20. Juni täglich.

Zunächst soll das Schiff mit dem hübschen Namen im Hamburger Hafen den Schichtverkehr zu den großen Werften übernehmen. ("Alte Liebe" – das klingt doch romantisch, und wer vermutet schon, daß nichts als eine Olive darin steckt.) So nämlich hieß das alte Schiff, das in Cuxhaven zur Befestigung der Anlegestelle für Vergnügungsdampfer versenkt worden sein soll. Aus "O-live" wurde "Alte Liebe". So heißt die Anlegestelle noch heute.

1750 Arbeiter kann die neue "Alte Liebe" hin- und herbefördern. Wenn das Schiff aber auf See hinausfährt, wird es nur 750 Passagiere mitnehmen, die dann bequem auf den reichlich vorhandenen praktischen Kunststoffstühlen Platz nehmen können, die leider unnötigerweise eine Holzmaserung imitieren. Aber diese Täuschung ist das einzige Unsolide auf diesem Schiff. Gäste auf der Probefahrt dürfen überall herumsteigen, auch ins enge Innere, wo dieses Schiff sogar zwei Schrauben hat statt einer, weil es im Hafen behende und wendig sein will; "aus Gründen der Manövrierfähigkeit" heißt das fachmännisch. Auch eine Menge Schwimmwesten sah ich dort liegen, neuesten Typs. Sie sind in Benzinbädern stundenlang erprobt. Ja, hinter Feuerschiff Elbe I, wo Helgoland und Sylt liegen, wartet hinter jeder Welle das Abenteuer und damit auch die Gefahr. E. M.

Ski-Sperrgebiete will das Land Tirol einrichten, um Skiläufern zu Zeiten, in denen besondere Lawinengefahr zu befürchten ist, das Betreten dieser Gebiete zu verbieten. Bisher hatte der Bergrettungsdienst keine Möglichkeit, Skiläufer am Aufsuchen solcher gefahrvollen Plätze zu hindern. Es hätte dadurch schon manches Menschenleben vor dem weißen Tod bewahrt werden können.

Ferienbungalows und Sommerwohnungen in den Nordseebädern – besonders auf der Insel Sylt – sollten zweckmäßigerweise schon jetzt bestellt werden, später könnte es zu spät sein.