Nikita Chruschtschow hat auf dem XXI. Parteitag eine atomwaffenfreie Zone für den Pazifik vorgeschlagen. Der Rapacki-Plan, der das gleiche für Zentraleuropa vorsieht, wird nicht nur vom Osten propagiert, sondern fand auch im Westen Befürworter. In Genf, nicht zu vergessen, verhandeln seit Monaten Vertreter von Ost und West über die Einstellung von Atomversuchen und die Verhinderung von atomaren Überraschungsangriffen.

Auf keine Frage ist das allgemeine Interesse der Welt so sehr konzentriert wie auf alles, was mit dieser Schreckenswaffe zusammenhängt. Ja, mehr noch: hier in diesem Bereich ist der einzige Verhandlungspunkt zu finden, in dem die Interessen von Ost und West übereinstimmen, in dem Wunsch nämlich, den Kreis der Atomwaffenproduzenten nicht zu erweitern. Ost und West sind gleichermaßen daran interessiert, daß weder Frankreich noch China, die wahrscheinlich beide die nächsten Anwärter auf die Mitgliedschaft im Atomklub wären, eines Tages die Welt durch eine Atomexplosion in Schrecken versetzen.

Viel Zeit zur Einigung über diese Frage bleibt nicht mehr, das weiß Chruschtschow ebensogut wie die Amerikaner. Man könnte sich daher vorstellen, daß unter diesem Druck Verhandlungen auf höchster Ebene jetzt durchaus sinnvoll wären: Vielleicht also eine Chance für die große Frühjahrskonferenz! Dff