Ein Wort, das alles sagt: "l’Affaire" – Zwei Skandale erschüttern Paris

Von Josef Miffler-Marein

Paris, im Februar

Die beiden Skandale, die in diesen Tagen Paris erschüttern, die Geschichte der Ballets roses und die der Ballets noirs, haben nichts miteinander gemein, es sei denn dies: der rosarote Skandal, der von kleinen Mädchen handelt, belastet Figuren der Vierten Republik, während die finstere Affäre Walter-Lacaze führenden Männern der gegenwärtigen Fünften Republik schwere Sorgen macht.

Jedoch, von welcher Seite man’s auch sieht: Es tröstet die einen, die täglich vor neuen Enthüllungen zittern müssen, daß auch die anderen Dreck am Stecken haben – einen Dreck, der gewaltig stänke, wäre er nicht ein bißchen parfümiert.

Ballets roses – diesen Titel haben die Schäferstündchen erhalten, die in feinen Vierteln von Paris und, wie man sagt, auch im Pavillon "La Folie de Butard" stattfanden, als dessen Bewohner André Le Troquer noch Parlamentspräsident und zweiter Mann im Staate war.

Der Pavillon von St. Cloud