Dem 46jährigen Eisenbahnarbeiter Peter Jansen van Vuuren, Bürger der Südafrikanischen Union, wurde ein Geschick zuteil, das Selbst in unserer an Verrücktheiten gewiß nicht armen Welt den Rang höchster Abstrusität erreicht.

Van Vuuren, dem von Geburt zum Schicksal bestimmt war, Weißer zu sein, hatte mit einer "Farbigen" zusammengelebt. Das ist nach den südafrikanischen Rassengesetzen streng verboten. Er wurde angeklagt. Die "Farbige", so verteidigte er sich vor Gericht, habe ihm geholfen, als er arbeitslos und in Not war.

Diese Entschuldigung indes half ihm gar nichts. Da erklärte Peter Jansen van Vuuren: "Dann will ich eben zu den Farbigen gehören!"

Half ihm denn dies? Ja: der Staatsanwalt beeilte sich, seinen Strafantrag zurückzuziehen, und der Richter fällte diesen Spruch: Van Vuuren sei mit sofortiger Wirkung seiner Rechte und Privilegien als Weißer verlustig. Er gelte hinfort als Farbiger und dürfe mit Weißen nicht mehr verkehren.

Wir kennen den in Amerika gebräuchlichen Begriff vom Sechzehntel-Neger. Der ist schon überraschend genug, aber mit einem Federstrich aus einem Weißen einen Schwarzen zu machen? "Wer Jude ist, bestimme ich", sagte Hermann Göring.

H.G.