Mehrere Bundesländer gehen in diesem Jahr dazu über, den sozialen Wohnungsbau in größerem Ausmaß durch Zinsverbilligung zu fördern. Die niedersächsische Landesregierung will den Kapitalbedarf für 26 000 Wohnungen des allgemeinen sozialen Wohnungsbaues nur noch zu etwa einem Drittel durch direkte Darlehen decken. 170 Mill. DM der insgesamt benötigten 287,5 Mill. DM sollen dagegen durch Zins-, Tilgungs- und Aufwendungszuschüsse mobilisiert werden. Für diese 170 Mill. DM sieht der Etat-Entwurf im Rechnungsjahr 1959 nur knapp 9 Mill. DM Landesmittel vor.

Der Übergang von unmittelbaren Darlehen zu Zins- und Tilgungszuschüssen ist in kleinerem Umfang schon in der Vergangenheit in Niedersachsen erprobt worden. Die neue Finanzierungsmethode trägt auch der günstigen Lage auf dem Kapitalmarkt Rechnung und kann schließlich als ein Schritt angesehen werden, die staatlichen Subventionen für den Wohnungsbau einzuschränken.

Bedauerlich ist aber, daß dieser Übergang in Niedersachsen verbunden sein soll mit einer Komplizierung der Verwaltungsarbeit. Es soll wieder einmal alles ganz korrekt gemacht werden, alle Antragsteller sollen gleich – und damit "gerecht" – behandelt werden. Die Dreiteilung der Finanzierung soll in jedem Einzelfall vorgenommen werden. Wenn in einem Einzelfall die Förderungsmittel 9000 DM betragen, dann sollen vom 1. April an nur noch etwa 3000 DM als zinsloses Darlehen vom Land gewährt werden. Die restlichen 6000 DM muß sich der Bauherr auf dem Kapitalmarkt besorgen. Er kann für diesen Betrag eine Landesbürgschaft erhalten und braucht für ihn nicht den marktüblichen Zins zu zahlen, sondern etwa 1 bis 2 Prozent. Die restlichen Zinsen gibt das Land, und zwar zu einem Teil für 5 und zum andern für 15 Jahre. Vorgesehen ist eine Verbilligung der Zins- und Tilgungsmittel bis zu 5 Prozent.

Bedeutend einfacher wäre es, wenn die Bauherren künftig die Förderungsmittel der öffentlichen Hand entweder in Form eines Darlehens bekämen oder aber als Zinsverbilligungsmittel. Die Bürokratie hat sich für die perfekteste Lesung entschieden und auf die Bedenken wegen der Verwaltungserschwernis entgegnet, die Finanzierung eines Bauvorhabens sei ohnehin so kompliziert, daß ein Laie sie kaum zustande bringe, sondern dies schon seit langem Architekten, Bauträgern und Bauunternehmen überlasse. K. D.