Tief im östlichen Afrika, am Rande des Ngorongorokokraters, liegt das Grab eines jungen Deutschen, dessen Leben und Tod umgeben sind von der selten gewordenen Aura des Ungewöhnlichen. Es ist das Grab des jungen Michael Grzimek, der am 10. Januar bei einem Alleinflug über der ostafrikanischen Serengeti-Steppe im Alter von 24 Jahren ums Leben kam.

Er war der Sohn und beste Freund Dr. Bernhard Grzimeks, der Forscher, Tierfänger und Direktor des Frankfurter Zoologischen Gartens ist, und wie sein Vater, so widmete auch er seine ganze jugendliche Kraft der Erforschung und Erhaltung der afrikanischen Tierwelt. Für dieses Ziel war ihm keine Arbeit zu viel, keine Strapaze zu hart, kein Opfer zu groß. So wollte Michael Grzimek seinen Anteil am Erlös des großartigen Filmes "Kein Platz für wilde Tiere", den er unter großen Schwierigkeiten gemeinsam mit seinem Vater gedreht hatte, der britischen Verwaltung des Serengeti-Nationalparks zur Verfügung stellen. Auf Vorschlag des Direktors des Parkes verwendete er dieses Geld dann zur Erforschung der Wanderungen der letzten großen Steppentierherden des schwarzen Kontinents. Diese Arbeit, bei der Grzimek jun. mit neuartigen Methoden Großtiere fing und so markierte, daß sie aus der Luft wiederzuerkennen waren, sollte die Unterlagen liefern für eine Änderung der Grenzen des Nationalparks.

Er wußte, daß das nicht ungefährlich war, aber er spielte nicht leichtfertig mit der Gefahr. Er begegnete ihr, wie seine Freunde und Mitarbeiter bezeugen, mit Besonnenheit und Entschlußkraft. Diese Eigenschaften, sowie Intelligenz, Zielstrebigkeit, Zuverlässigkeit und eine strahlende Offenheit waren es, die Michael Grzimek die Zuneigung vieler Menschen gewannen. Von britischen Verwaltungsbeamten wurde er begraben. Ein Stein kündet, daß "er alles, was er besaß, sogar sein Leben, für den Schutz der Tiere Afrikas hingab". Für die von Desillusionierung und seelischer Verkümmerung bedrohte junge Generation, der dieser junge Idealist selbst angehörte, mag er ein Beispiel sein, daß nicht die Ansammlung von materiellen Gütern, sondern der Dienst an einer überpersönlichen Aufgabe, der auch heute überall möglich ist, Erfüllung bedeutet j. p.