Japans Exportwelle schwillt an und mit ihr der Strom japanischer Waren. Fast jedes Land, ja, fast jede Branche bekommt den immer stärker werdenden Export-Drive der japanischen Wirtschaft zu spüren; gleichgültig, ob es sich um Schiffe oder Spielwaren, Porzellan oder Textilien, Schirme oder Fische handelt.

Aber nicht immer ist es nur der niedrige Preis, welcher den Erzeugnissen "made in Japan" die Absatzmärkte öffnet. Zwar geht ein Großteil der japanischen Exporterfolge der letzten Jahre auf das Konto des billigen Angebots. Aber die Japaner haben auch gelernt, daß es schließlich nicht nur darauf ankommt, Absatzmärkte zu erobern, sondern auch künftig zu halten und weiter auszubauen. Wenn man z. B. nach Südamerika blickt, so ist Tokio monentan fleißig dabei, sein Terrain mit Erfolg zu erweitern. Nicht nur die "schwimmende Exportmesse" wirbt auf dem amerikanischen Subkontinent für die japanischen Erzeugnisse; Japan ist auch bereit, südamerikanischen Staaten verstärkt Rohstoffe – etwa Peru Blei und Zink – abzukaufen und beim Aufschluß neuer Mineralvorkommen sowie beim Aufbau neuer Industrien zu helfen. Tokio schreckt nicht einmal davor zurück, Kraftfahrzeuge nach den USA – der Hochburg der Automobilindustrie – zu exportieren. In Europa sucht man neuerdings im Schiffbau Aufträge nach den japanischen Werften zu ziehen. Polypenartig umfaßt heute der japanische Export den Globus. Dabei hat die am Exporthimmel aufgehende Sonne noch längst nicht den Kulminationspunkt erreicht. W. S.