Die Hauptversammlung der Gutehoffnungshütte Aktienverein (GHH), Nürnberg/Oberhausen, beschloß einstimmig für das Geschäftsjahr 1957/58 (30. Juni) eine auf 12 (10) v. H. erhöhte Dividende zu verteilen. An Stelle des verstorbenen Vorsitzenden des Aufsichtsrates Hans Böninger wurde Klaus Haniel vom Vorstand der Bergbau AG Neue Hoffnung (Oberhausen) in den Aufsichtsrat gewählt. Vorstandsvorsitzender Dr. Hermann Reusch teilte den Aktionären mit, daß das neue Geschäftsjahr sich nicht ungünstig angelassen hat. Nach der rückläufigen Entwicklung der Belegschaftszahl zu Beginn des Jahres 1958 – einem Rückgang von 52 500 Ende des Geschäftsjahres 1956/57 auf 71 800 Ende 1957/58 (30. Juni) – sei die Zahl der Beschäftigten inzwischen wieder gestiegen; sie liegt z. Z. bei etwa 73 000. Im ersten Vierteljahr des neuen Geschäftsjahres lagen die Umsätze um 7 v. H. über der gleichen Vorjahreszeit. Der Auftragsbestand sei auf rund 3 Mrd. DM zurückgegangen, der Auftragseingang noch unbefriedigend.

Während Reusch am Stahlmarkt eine leichte Besserung glaubt feststellen zu können, hält er die Lage im Bergbau weiter für schwierig. Eine Hilfe könne jedoch nicht durch verstärkten Dirigismus kommen; es sei bereits zuviel "dirigiert" worden. Nach seiner Meinung sollte die Volkswirtschaft mit einer entsprechenden Hilfe honorieren, was der Bergbau in schwieriger Zeit als Vorleistung gebracht habe. V. D.