Während der letzten Jahre sind mehrere politische Lexika auf dem Büchermarkt erschienen. Sie haben mancherlei Kritik gefunden – so etwa das Wörterbuch von Theimer und das (in mehr als einem Punkt politisch recht anstößige)von Pfeffer, So klaffte auf diesem Gebiet noch immer eine Lücke. Sie ist nun geschlossen worden:

Siegfried Landshut / Wolfgang Gaebler: "Politisches Wörterbuch"; J. C. B. Mohr Verlag, Tübingen; 265 S., 13,60 DM.

Dieser schmale, handliche Band besticht vor allem durch knappe Formulierung und klare Gliederung. Unter den Stichwörtern finden sich alle politischen, sozialen, verfassungsrechtlichen oder wirtschaftlichen Begriffe, die für das Verständnis unserer politischen Gegenwart wichtig sind – seien sie viel benutzt oder wenig geläufig. Einbezogen in den weiten Rahmen dieses Buches sind überdies die politischen Ideologien sowie kurze Abrisse der Geschichte unserer jüngsten Vergangenheit.

Besondere Sorgfalt wurde jenen Begriffen gewidmet, die heute zwar in aller Munde sind, deren ursprünglicher Gehalt aber vergessen oder entstellt worden ist (so zum Beispiel: "Demokratie"). Sie werden nicht nur ihrer geschichtlichen Entstehung nach beleuchtet, sondern es werden auch die ihnen zugrunde liegenden Prinzipien deutlich umgrenzt.

Die vielfachen Hinweise, die die Stichwörter miteinander verbinden, sind nicht nur von praktischem Nutzen. Sie stellen wichtige inhaltliche Zuordnungen her, die zum Verständnis der mannigfaltigen Zusammenhänge sehr nützlich sind.

Dies also ist ein politisches Wörterbuch, das auf knappem Raum zuverlässig informiert – und zugleich die Tür zu einem umfassenderen Verständnis öffnet. I.B.