Wenig hat sich geändert im Verhältnis zu den bestverkauften Büchern des vergangenen Monats. Die große Schiwago – Rückflutungswelle ist ausgeblieben; weiter liegt der Roman des russischen Nobelpreisträgers an der Spitze der Verkaufserfolge. Auch Mehnerts "Sowjetmensch" hält sich dort und Kiaulehns Berlin-Buch. Hinzugekommen sind zwei Bücher, die schon im vorigen Monat mit in der Spitzengruppe, wenn auch nicht unter den ersten fünf, waren. Recht erstaunlicherweise Durrells "Justine" – ein sehr anspruchsvolles Buch und ein weiterer Beweis dafür, daß es eben nicht "der Mist" ist, der sich gut verkauft, daß es Zeit wird, diese Propagandasentenz der Esoteriker endgültig zu begraben – ohne daß man darum ins andere Extrem verfallen sollte, den Verkaufserfolg schon eo ipso für einen Nachweis literarischen Wertes zu halten. Auch Borcherts Gesamtwerk ist schließlich nicht leichte Unterhaltungsliteratur. Im übrigen unterstreicht es – wie schon so viele der hier aufgeführten Titel – noch einmal den Erfolg der "Bücher der Neunzehn", die man als das gelungenste Projekt deutscher Verlage von heute bezeichnen darf.