Vom 26. Februar bis 1. März 1959 wird das bayerische Allgäu Schauplatz eines wintersportlichen Ereignisses ersten Ranges. In dem schön gelegenen Schrothkurort Oberstaufen – an der deutschen Alpenstraße und der D-Zug-Strecke München–Lindau gelegen – werden dann in diesen Tagen die Deutschen Alpinen Skimeisterschaften ausgetragen. Die Sieger aus diesem Wettkampf werden an den 1960 in Amerika stattfindenden Olympischen Spielen teilnehmen.

Oberstaufen ist klassisches Skigebiet. Zu einer; Zeit, als der Skisport in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckte, verfügte der Oberstaufener Ski-Club – 1908 von Gebhard Kirchmann gegründet – bereits über eine Elitemannschaft.

Die idealen Schnee- und Geländeverhältnisse veranlaß ten 1927/28 das Deutsche Olympische Komitee, die Deutsche Olympia-Mannschaft für die Winterolympiade von St. Moritz in Oberstaufen schulen zu lassen. Zu den Olympischen Spielen 1936 in Garmisch-Partenkirchen kamen vier Skiläufer und -springer aus Oberstaufen und 1938 wurden dort die ersten und einzigen "Großbayerischen" Skimeisterschaften durchgeführt.

Nach dem zweiten Weltkrieg hat sich Oberstaufen durch seine Skischule wieder einen beachtlichen Nachwuchs gesichert wie Heidi Biebl, die zu deutschen Meisterehren gelangte und auch sehr schöne internationale Erfolge aufzuweisen hat.

Das im Jahre 868 zum erstenmal urkundlich erwähnte Oberstaufen, ist nicht nur historisch und landschaftlich sehr reizvoll, sondern besitzt auch für Menschen, die ihre verlorene Jugend wiederzufinden hoffen, starke Anziehungskraft. Seit einem Jahrzehnt hat sich dieser Ort zum "Deutschen Niederlindewiese" entwickelt und damit das Erbe jenes böhmischen Kurortes angetreten, der durch das Heil-, Vorbeugungs- und Verjüngungsverfahren von Johann Schroth seit über 100 Jahren Weltruhm genießt. K. R.