Zur Qualitätsförderung gibt es Bundesfilmpreise. Wenn sie vom Bundesinnenminister alljährlich verteilt werden, dann herrscht Freud und Wonne bei den Beglückten. Oder sollte doch herrschen. Es könnten dadurch Autoren, Regisseure, ja Produzenten auf den Gedanken kommen: Vielleicht lohnt es sich, es auch einmal mit Qualität zu versuchen. Vater Staat dankt es uns.

Vater Bund hat jedoch erwachsene Söhne: die Länder. Deren Finanzminister oder ihre Einkommensteuer-Referenten haben für gut befunden, daß ab 1956 (was freilich jetzt erst akut geworden ist) dem "Bundesfilmpreis" für Spielfilme keine Steuerfreiheit mehr zu gewähren sei.

"Nebbich", mag der geplagte Steuerzahler als Leser denken. "Wen trifft das schon?"

Gut: ein Regisseur, ein Hauptdarsteller, sie mögen das als gut Verdienende verschmerzen. Einer jedoch verschmerzt es schwer: der Autor.

Wird einmal ein Autor prämiiert – Kundige wissen ebenso wie Einsichtige, daß damit das Herz des Films ausgezeichnet worden ist –, dann soll der arme Mann (für den, in der Regel, ein paar tausend Mark sehr viel Geld sind) künftig in einem Lande versteuern, was Vater Bund ihm als "Lohn der Angst" vor Filmgewaltigen zur Ermutigung des Geistes in die Hand gedrückt hat? Das mutet wie ein Karnevalsscherz an, ist aber föderalistische Wahrheit. Jac