Die Loewe Opta AG, Berlin, legt als Familien-Unternehmen zwar erst jetzt ihre Bilanz für 1957 vor. Der Vorstand fügt aber einen bis in die jüngste Vergangenheit reichenden Überblick hinzu, der angesichts der Preisbewegung auf dem Rundfunk- und Fernsehgerätemarkt aufschlußreich, ist. Das Unternehmen selbst sah sich schon im Berichtsjahr veranlaßt, der Fernsehkonjunktur dadurch Rechnung zu tragen, daß sie die Rundfunkgeräteproduktion ihres Kronacher Werkes nach Berlin verlegte und durch dessen Ausbau die tägliche Fertigung an Fernsehgeräten gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelte. Die Berliner Fertigungsstätten mußten für das Rundfunkgeschäft erweitert werden, um die "wesentliche" Umsatzsteigerung zu bewältigen.

Da die Zahl der deutschen Fernsehteilnehmer 1958 bereits in den ersten elf Monaten um rd. 800 000 auf über zwei Millionen gestiegen ist, erwartet der Vorstand, daß in diesem Jahr die Drei-Millionen-Grenze schon im dritten Quartal überschritten wird. Die jüngste Preissenkung im Januar wird nach seiner Ansicht die Nachfrage nach Rundfunk- und Fernsehgeräten weiter beleben und zum Abbau der Lager bei Industrie und Handel führen, bei denen – "gemessen an der künftigen Produktions- und Absatzentwicklung" – gegenwärtig keine anormal hohen Bestände vorhanden seien. Das Festhalten der meisten Firmen an der Preisbindung unter gleichzeitiger Senkung der Bruttopreise biete darüber hinaus dem Konsumenten die Gewähr, "daß er bei unseren Markenartikeln nicht durch unterschiedliche Preisangebote übervorteilt werden kann". – Der Mehrumsatz, an dem der Export fast im gleichen Verhältnis beteiligt, war, hat dem Unternehmen im Berichtsjahr einen Reingewinn von 0,80 (i. V. 0,68) Mill. DM bei unverändert 3,0 Mill. DM AK eingebracht. Er wurde der Gesellschaft wieder zur finanziellen Stärkung überlassen. G. G.