DIE ZEIT

Lösung für Zypern

Die NATO mag sehr bald schon ein sechzehnte! Mitglied erhalten: eine unabhängige Republik Zypern. Selbständigkeit für die friedlose Insel ist der Kern der Kompromißformel, die nach vier Jahren Guerilla-Aktionen die Lösung bringen soll.

Der ZEIT zum Geleit

DIE ZEIT unternimmt es, als erste deutsche Zeitung eine eigene Ausgabe auf dem Boden der Neuen Welt herzustellen und zu verbreiten.

Der Kranke

In den letzten sechs Jahren war es immer so, daß von amerikanischer Außenpolitik nicht gesprochen werden konnte, ohne daß zugleich auch der Name John Foster Dulles gefallen wäre.

Toronto-Ausgabe

Diese Nummer der ZEIT ist die erste, die in Toronto für unsere Leser in Nordamerika gedruckt wird. Da die Matern unserer hiesigen Ausgabe hinübergeflogen werden, ist gewährleistet, daß mit geringem Zeitverlust die ZEIT dort unverändert erscheint.

Nach der Dulles-Reise

Die Europareise des amerikanischen Außenministers John Foster Dulles erscheint heute in einem anderen Licht als noch vor wenigen Tagen.

Wettlauf um den Übertod?

Der Durchschnittsamerikaner fühlt sich, so scheint es, heute in der nicht eben befriedigenden Rolle eines Kaufmannes, der mehr und mehr Geld in sein Geschäft investiert und der erkennen muß, daß ihm die Konkurrenz trotz allem unaufhaltsam davonläuft.

Die bösen Deutschen

Neulich sagte jemand: Was für ein unglücklicher Zufall, daß sich ausgerechnet in diesem Moment zwei Entwicklungen überlagern und gegenseitig verstärken, nämlich der Wunsch nach mehr außenpolitischer Flexibilität, dessen Erfüllung die Deutschlandfrage blockiert, und eine zunehmende Kritik an den Deutschen, verursacht durch allerlei antisemitische und andere Zwischenfälle in unserem Lande.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei...

Es war am Donnerstag der vergangenen Woche, jenem Tag, den man in Köln die Weiberfastnacht nennt. Da zogen 14 Sträflinge – erkenntlich an den blau-weiß-gestreiften Kostümen – über die Kölner Hohe Straße.

ZEITSPIEGEL

Über den Russen Boris Pasternak, Autor des "Doktor Schiwago", hat sich jetzt der israelische Premierminister David Ben Gurion sehr kritisch geäußert: Es sei eines der abscheulichsten Bücher, das jemals ein Schriftsteller jüdischer Herkunft über Juden geschrieben habe.

Die erste Dame Indiens

Aus dem Gefängnis schrieb ihr der Vater Briefe, lange und gedankentiefe Briefe über Politik und Philosophie, über Aufstieg und Untergang der großen Weltreiche.

Urteilsschelte als Kritik am Richter

Nach altgermanischem Recht konnten die Thing-Genossen und die Prozeßparteien einem Urteilsvorschlag den ehrenrührigen Vorwurf bewußter Rechtsbeugung machen – jedoch nur sofort und unter Findung eines anderen Urteils.

Wieder Lager in Israel?

In den letzten Jahren schien sich die israelische Einwanderung zu "normalisieren". Zwar kamen Monat für Monat noch immer mehrere Tausend Juden (1958 insgesamt rund 27 000) ins Land, aber die Regierung vermochte mit dem Zustrom ohne allzu viele Schwierigkeiten fertig zu werden.

Im geschichtlichen Spannungsfeld

Die Entscheidung, ob die freiheitliche Grundordnung durch ein bestimmtes Verhalten bedroht ist, wird der Richter freilich nicht treffen können ohne diese Grundordnung in ihrem geschichtlichen Spannungsfeld zu sehen, zu erleben und ihren Willen zur Selbstbehandlung in diesem Spannungsfeld sich zu eigen zu machen.

Kein Wort von kollektiver Führung

Nach neun Sitzungstagen ist der XXI. Parteitag beendet worden. Acht Stunden lang täglich hörten sich die fast 1300 Delegierten und die 72 Abordnungen aus dem Ausland die Reden der Sowjetführer an – 88 Reden, die rund 2000 Schreibmaschinenseiten füllen und die sich zu drei Vierteln mit zwei Thesen befaßten: dem Siebenjahresplan und dem "Übergang zum Kommunismus".

Art Buchwald:: Man nennt es Fasching

Wir haben dieses Jahr (sehr zögernd) an dem Vorfasten-Irrsinn in München teilgenommen, den man Fasching nennt. Die Faschingssaison, eine Orgie des Vergnügens, hat dieses Jahr nur 36 Tage gedauert und war damit eine der kürzesten seit Menschengedenken.

De Gaulles Commonwealth

Letzte Woche hat im Elysee-Palast, dem Sitz von Präsident de Gaulle, die erste Sitzung des Exekutivrates der französischen "Gemeinschaft" (Communauté) stattgefunden.

Schauprozeß in Warschau, der keiner ist

Viermal in jeder Woche fährt seit Oktober 1958 gegen zehn Uhr früh ein Gefängniswagen mit dem ehemaligen Gauleiter Erich Koch vom Untersuchungsgefängnis in Mokotow zum Warschauer Wojwodschaftsgericht an der Szwierczewski-Allee und nachmittags gegen vier Uhr wieder zurück nach Mokotow.

Falsches Deutschland-Bild

Die pathetischen und bösen Vorwürfe, die François Mauriac, Nobelpreisträger und großer französischer Schriftsteller, auf die Deutschen und zumal die deutsche Jugend herniederprasseln ließ (siehe die ZEIT Nr.

Wer war Curt Sachs?

Eine der größten und besten deutschen Tageszeitungen brachte kürzlich in nur drei Petit-Zeilen die Meldung, daß Curt Sachs in New York im Alter von 77 Jahren gestorben sei.

Marc Chagall

Die Kritik sollte nicht meinen, die Deutschen hätten den Expressionismus gepachtet.

Gerhard Marcks zum siebzigsten Geburtstag

Geboren in dem an bildhauerischer Tradition nicht ganz armen Berlin ..." so schrieb Gerhard Marcks einmal über sich selber. Eigentlich kann ich mich nicht erinnern, je einen großen Künstler gekannt zu haben, der so bewußt seine Wurzeln dem heimatlichen Bereich verhaftet wußte – nicht allein der schon fast legendären Stadt Berlin, sondern wirklich und ganz bewußt Preußen.

Im Graben zwischen Ost und West

Professor Dr. Albrecht Unsöld ist Ordinarius für theoretische Physik an der Universität Kiel. In Fachkreisen wurde er vor allem durch seine Arbeiten über Probleme der Astrophysik bekannt.

Felix Mendelssohn der Berliner

Auch in unserer museumsfreudigen, durchkatalogisierten Zeit gibt es noch Entdeckungen. Im Alter von 14 Jahren hat Felix Mendelssohn-Bartholdy seine "Sinfonia X" komponiert.

Mark Chagall

Immer ist ihr ein erdhafter Klang beigemischt. Immer auch bleibt sie in überraschend disziplinierter Weise den Gegenständen verbunden, auch wenn sie sich große Freiheiten erlaubt.

Erotisches Genie führte die Feder

Casanovas Memoiren sind, übersetzt von Heinrich Conrad, neu erschienen im Verlag Langen-Müller, München. Diese Gesamtausgabe in 6 Bänden umfaßt 4240 Seiten und kostet in Leinen 120 DM, in Saffianleder 210 DM.

Die Kunst, zornig zu werden

Ich kann knurren, so laut ich will, ich kann die Zähne fletschen wie in Dobermann, ich kann brüllen, daß die Zahnputzgläser vom Spiegelbrett purzeln – ich schaff es einfach nicht.

Mathieus gordische Knoten

Georges Mathieu ist durch seine catch-as-catchcan-Malerei und historischen Kostümfeste schon so prominent, daß man sich als ganz sensationsunlustiger Kunstkritiker kaum noch traut, den Fernsehreportagen und Society-Berichten über den mondänen Maler noch ein sachliches Wort hinzuzufügen.

ZEITMOSAIK

Der Schiller-Preis der Stadt Mannheim, der in den letzten Jahren die Tänzerin Mary Wigman und der Regisseur Jürgen Fehling erhalten hatten und der mit 10 000 Mark dotiert ist, wurde jetzt an Friedrich Dürrenmatt verliehen, den Autor des "Besuchs der alten Dame".

Heidentum

Albin Zollinger (1895–1941) war Lehrer und Redaktor eines Literaturblattes in Zürich. Das Gedicht "Heidentum" entnehmen wir dem ersten Bändchen einer Reihe, deren Titel programmatischen Charakter trägt, nämlich "Ensemble" (Benteli-Verlag, Bern; 96 S.

Außenpolitik als Schicksal

Deutsche Staatskunst zwischen den Weltkriegen – Neue Studien zur Geschichte der Weimarer Republik

Der Unternehmer-Hut

Er ist "131er" und bekommt eine Übergangsrente. Vom Osten verschlug es ihn in den Norden. Nun sitzt er weit draußen, am südlichen Rande Hamburgs, im Wartestand.

Berlin: "Hörbar schnarchen tat sie nicht"

Der Bundesgerichtshof, dessen fünfter Senat seinen Sitz in Berlin hat, verhandelte jetzt über den Fall eines jungen Maurers, den das Landgericht Hamburg wegen Einbruchs und Diebstahls zu fünfzehn Monaten Gefängnis verurteilt hatte.

Hessen: Hochstapler-Memoiren

Wäre der 51jährige Fritz Slusarski alias Variczak literarisch begabt, so hätten die zweieinhalb Jahre Untersuchungshaft, die er seit seiner Festnahme in Venedig hinter sich gebracht hat, gewiß kaum ausgereicht, um die Lebensbeichte eines Hochstaplers zu Papier zu bringen.

Frankreichs Stahl ist zu billig

Just in dem Augenblick, als sich in der Stahlindustrie im Hinblick auf die erwartete Frühjahrsbelebung die Mienen etwas aufzuhellen beginnen, bereitet die Preisentwicklung des französischen Stahls diesem Wirtschaftszweig neuen Kummer.

Falscher Alarm auf dem Wohnungsmarkt

Vier Wochen sind ins Land gegangen, seitdem Minister Lücke – nach Abstimmung mit dem Bundeskabinett – die allgemeinen Grundsätze für den allmählichen Abbau der Wohnungszwangswirtschaft bekanntgegeben hat.

"Deutschland mästet sich am Weltmarkt"

Langsam scheint in Großbritannien der Gedanke Fuß zu fassen, daß die Wirtschaftsintegration der sechs Länder, die sich zum Gemeinsamen Markt der EWG zusammengeschlossen haben, mehr und gefährlicher ist als, sagen wir, eine Zollunion auf dem Kontinent "hinten weit in Böhmen und Mähren".

Die Hauptversammlung ist kein Parlament

Die Verfasser des Referentenentwurfs haben in den beigegebenen "Erläuternden Bemerkungen" und in den in Fachzeitschriften publizierten Aufsätzen gesagt, daß eine Verstärkung der Rechte für Minderheiten eine der wichtigsten Aufgaben ist.

Pakt mit Euratom

Die großen britischen Kraftwerksausrüster machen keinen Hehl daraus, daß das nach langem Hin und Her hier in London unterzeichnete Euratom-Abkommen als kommerziell unbefriedigend und enttäuschend gelten muß.

Detroit produziert Kleinwagen

Die Würfel sind gefallen. Die "Big Three", die drei großen amerikanischen Automobilkonzerne – Ford, Chrysler und General Motors –, haben nach monatelangem Hin und Her endgültig beschlossen, in das "Kleinwagengeschäft" einzusteigen und die Produktion eigener Kleinwagen aufzunehmen.

Das GATT drängt

Ministerialrat Klein hat bei seinen Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten des GATT (Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen) keinen leichten Stand gehabt.

Hapag-Neubauprogramm läuft aus

Mit einer nahezu einjährigen Verspätung legt die Hamburg-Amerika Linie (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-AG), Hamburg, ihren Abschluß für 1957 vor.

Werbung für den Börsenbesuch

Der Börsenbesuch läßt nach Ansicht der Hamburger Kaufmannschaft zu wünschen übrig. Um ihn wieder zu beleben, veranstaltet man "Prominententage", an denen der Gesamtbörsenvorstand in den Börsensälen anzutreffen ist und dort zu Gesprächen zur Verfügung steht.

"Frühlingserwachen" bei den Montanaktien

Die Zinssenkung macht weitere Fortschritte. Unmittelbare Auswirkungen zeigt sie bei den festverzinslichen Papieren wo neue Kurssteigerungen zu verzeichnen sind.

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