Was spitzfindige Köpfe vermutet hatten, traf zu: Madame Walter und ihr Arzt Dr. Lacour tauchten, nachdem sie heimlich das mondäne Hotel Mamonnia in Marrakesch verlassen hatten, im Zentrum der Untersuchungen, Gerüchte und Sensationsmacherei auf, in Paris. Im eleganten Hotel Ritz traten sie vor eine "Pressekonferenz", und sechzig Journalisten notierten, was Madame Walter (Photo unten) sagte: "Haben Sie doch Mitleid mit uns!" Dr. Lacours Äußerung war energischer: "Ich werde den Fallschirmkommandanten Rayon verklagen." Rayon, alter Untergrund- und Afrikakämpfer, hatte behauptet, Madame Walter habe ihm durch Dr. Lacour den Auftrag übermittelt, ihren Adoptivsohn Jean-Pierre zu ermorden. Dieser Adoptivsohn trägt einen in der Kunstwelt hochberühmten Namen, den auch seine falsche Mutter trug, ehe sie den Blei- und Kupfergrubenmagneten Walter heiratete, dessen milliardenschwere Witwe sie heute ist. Sie, die geborene Lacaze, hieß Guillaume, und ihr damaliger Gatte (unser Bild, gemalt von Modigliani) war der große Entdecker und Förderer jener Gruppe von modernen Malern, die heute Weltgeltung haben. Unter ihnen ist Picasso der berühmteste. Zu den bedeutenden Porträts aus dieser Sammlung gehört auch das hier abgebildete von Derain, das die damalige Madame Guillaume darstellt, heute Madame Walter, die im Mittelpunkt eines grellen Skandals steht. Aufn.: Paris Match