In dem Überblick, den Prof. Wurster, Vorstands-Vorsitzender der Badische Anilin- & Sodafabrik AG, über den Ablauf des Geschäftsjahres 1958 gab, erklärte er, daß die Voraussetzungen für eine weitere günstige Entwicklung der BASF gegeben sind. Der Umsatz mag weiter leicht zunehmen. Bei der Betrachtung der Umsatzentwicklung in diesen Größenordnungen ist aber zu bedenken, daß jedesmal von einer höheren Ausgangsbasis als im Vorjahr ausgegangen wird, so daß auch bei etwa gleichbleibenden alsoluten Zunahmen die Prozentsätze (gegenüber dem Vorjahr) zurückgehen. Die Umsatzzunahme im Jahre 1958 in Höhe von 130 Mill. DM, das sind 7,2 v. H. mehr als im Vorjahr (Vergleichszahl 1957 gegenüber 1956: 20,1 v. H.), brachte den Gesamtumsatz auf 1,93 (1,8) Mrd. DM. Der Exportanteil blieb mit etwa 37 (i. V. 38) v. H. ziemlich unverändert; die Umsatzzunahme im Inland War mit etwa 8,2 v. H. größer als im Ausland mit etwa 5,4 v.H.

Die Kunststoff-Produktion ist im weiteren Vordringen, etwa 40 v. H. des Gesamtumsatzes entfallen auf diese neuen Erzeugnisse, die man vor wenigen Jahren noch nicht kannte. Auf den ursprünglichen Produktionsbereich der BASF "Farbstoffe, Textilhilfsmittel u. a." entfallen noch immer etwa 20 v. H. des Umsatzes. Sehr aufschlußreich war die Mitteilung, daß die um etwa 10 v. H. (über alle Sparten hinweg) höhere Produktionsmenge mit dem gleichen Personalstand wie im Vorjahr bewältigt werden konnte. Wenn der Personalstand (ohne Tochter- und Beteiligungsgesellschaften) dennoch im Laufe des Jahres um rd. 2700 auf 41 125 Mitarbeiter zugenommen hat, so waren die neuen Mitarbeiter in erster Linie für den technischen Bereich und zur Bewältigung der Forschungsaufgaben notwendig. In der Forschung einschließlich der anwendungstechnischen Forschung sind jetzt nicht weniger als 5000 Personen tätig, darunter etwa 400 bis 500 Akademiker.

Die BASF hat im Geschäftsjahr 1958 im Werk "Ludwigshafen" etwa 250 (227) Mill. DMinvestiert; davon wurden etwa 160 (152) Mill. DM aus Abschreibungen finanziert. Die Abschreibungsquote bewegt sich also wie bei Hoechst in aufsteigender Linie. Prof. Wurster teilte mit, daß der Aufsichtsrat auch für das laufende Geschäftsjahr wieder Investitionen in etwa gleicher Höhe gebilligt hat, daneben noch 70 Mill. DM für Forschungsaufgaben (langfristiger Natur). Neben den allgemeinen Forschungsausgaben (1958 etwa 100 Mill. DM) stehen noch weitere Ausgaben von rd. 20 Mill. DM für anwendungstechnische Forschung (Kundenwerbung).

Auf die Frage nach der Beschaffung der Mittel für die für 1959 beabsichtigten Investitionen, erklärte Prof. Wurster, daß noch Mittel aus der letzten Kapitalerhöhung zur Verfügung stehen und daß daher z. Zt. die Beschaffung von neuen fremden oder eigenen Mitteln nicht zur Debatte steht. Was die Dividende für 1958 anbelangt, so habe der letzte Aktionärsbrief von Anfang Dezember 1958 – ohne eine Zahl zu nennen – den deutlichen Hinweis enthalten, daß der Dividendensatz höher sein wird als für 1957 (11 v. H.). Zieht man den im Aktionärsbrief ebenfalls enthaltenen Satz, daß die Herabsetzung des Körperschaftssteuersatzes für den ausgeschütteten Gewinn für die Gesellschaft eine Entlastung bedeutet, heran – diese Entlastung mag man mit 2,6 bis 2,8 v. H. veranschlagen –, so dürfte es nicht allzu schwierig sein, sich richtige Vorstellungen von dem zu erwartenden Dividendenvorschlag zu machen. Aus begreiflichen Gründen (die Bilanzsitzung des Aufsichtsrates ist erst am 6. April, die Hauptversammlung am 15. Mai) lehnte es der Sprecher ab, eine effektive Zahl für den Dividendensatz zu nennen.

Die Tochtergesellschaft der BASF, die Gewerkschaft Auguste Victoria (Marl/Westf.), die fast ausschließlich den Kohleverbrauch der BASF deckt (kaum Fremdverkauf), hat 1958 die Kohleförderung um rd. 10,5 v. H. auf etwa 2 Mill. t gesteigert. Der Verlust bei Auguste Victoria (1957: 8,6 Mill. DM) sei 1958 geringer geworden. Die Förderung von Bleizinkerz ist dagegen um etwa 35 v. H. gegenüber 1957 zurückgegangen, "sie werde gerade am Leben erhalten". V. D.