Wer Schallplatten kauft, kann sich vorher orientieren

Seit Jahren werden in der ZEIT von Christoph Ecke Schallplatten besprochen. Diese Besprechungen bilden den Grundstock eines Buches, das geeignet ist, zahlreichen Plattenfreunden zu einem gehobenen Genuß zu verhelfen und ihnen bereits vor dem Erwerb neuer Platten Hinweise zu geben, wo sie am leichtesten an die "heiligen Originale" herankommen können:

Christoph Ecke: "Ewiger Vorrat klassischer Musik auf Langspielplatten"; Rowohlts Monographien, herausgegeben von Kurt Kusenberg; Sonderband; Rowohlt Verlag, Hamburg; 326 S., 4,40 DM.

Fundiertes Wissen und erfahrenes Urteil vereinigen sich hier mit eingängiger Schreibweise. Der Stoff wird durch das dokumentarische, teilweise historisch interessante Bildmaterial belebt. So ist ein ebenso amüsantes wie belehrendes Nachlesebuch entstanden, ein zuverlässiger Berater, dessen größter Vorzug der enge Kontakt mit den "Quellen" ist.

Ähnlicher Bestimmung dienen will die Neuerscheinung:

Helmut Brennicke: "Der Weg zur Diskothek, das Schallplattenbuch für den Musikfreund"; mit vier Bildtafeln; Werner Classen Verlag, Zürich und Stuttgart; 183 S., 11,80 DM.

Dieses mit einem Geleitwort von Bruno Walter geschmückte Buch bietet zunächst eine apologetische Darstellung der verschiedenen Auswirkungsmöglichkeiten der Schallplatte, erteilt dem Leser dann eine "kleine technische Lektion", bietet eine wählende und wertende Überschau über die Bestände einer idealen Diskothek und endlich noch einige ergänzende Betrachtungen.

Es ist ebenfalls Ergebnis einer gründlichen Erfahrung. Manchmal möchte man freilich etwas weniger anekdotische Würze wünschen. Die Schallplattenpropaganda tut üblicherweise schon genug des Guten, um den tratschumwobenen Starkult zu schüren. Walter Abendroth