C. W., Bad Schandau

An der sächsisch-tschechoslowakischen Grenze bei Schmilka wird die Elbe seit neuestem nachts von Scheinwerfern angestrahlt, die eine Reichweite von sieben Kilometern haben. Der Grund für den Watt-Aufwand: Immer mehr tschechoslowakische Grenzgänger versuchen, sich illegal über den Fluß nach Sachsen und von dort weiter nach Westberlin durchzuschlagen.

So wurde kürzlich am Schleppseil der Schmilkaer Fähre ein Toter im Taucheranzug hochgezogen. Der Mann war erstickt, da seine Schnorchel-Apparatur – selbstgefertigt wie das Froschmann-Gewand – nicht funktioniert hatte.

Ein anderer Grenzzwischenfall: Wasserschutzpolizisten fischten einen Gummisack aus der Elbe, der Geld, Nahrungsmittel und Kleider enthielt. Die Grenzpolizei nahm auch einen Flüchtling aus Prag fest, der auf Schleichpfaden übers Gebirge gekommen war und im Gummisack seine Habseligkeiten auf der Elbe nach Westen "transportieren" wollte.

Solche Vorkommnisse sind, wie die Grenzpolizei erklärt, bei Schmilka nicht selten. Und deshalb gibt es jetzt den Fluchtlicht-Vorhang...