DIE ZEIT

Von "Supermac" zu "Macoyan"

Wenn Englands Ministerpräsident Harold Macmillan am Sonnabend nach Moskau abfliegt, so kann er die tröstliche Gewißheit mit auf die Reise nehmen, daß sein Land fast geschlossen hinter ihm steht.

Pläne und kein Ende

Seit John Foster Dulles in der vergangenen Woche seinen Schreibtischsessel im State Department mit einem Krankenhausbett im Walter-Reed-Hospital vertauschen mußte, mehren sich – auch bei seinen Kritikern – die Stimmen der Besorgnis.

General Ramcke ereifert sich

Unser Bonner Korrespondent Robert Strobel hatte in der Nummer vom 2. Januar 1959 über eine Beleidigungsklage des ehemaligen Generals Ramcke gegen Bundestagspräsident Gerstenmaier berichtet.

Das Ende des Pan-Arabismus?

Solange englische Regimenter vom Himalaja bis Indochina den asiatischen Subkontinent besetzt hielten, waren alle diese Völker ein Herz und eine Seele.

ZEITSPIEGEL

"Clubs, Konzentrationslager und Terror sind heutzutage wirklich ganz unzulängliche Mittel der Unterwerfung. Die Leute dahin zu bringen, daß sie die Sklaverei lieben, ist viel wirkungsvoller, als sie zur Unterwerfung zu zwingen.

Skandinavien-Reise

In Skandinavien ist es zu einer schweren Verstimmung zwischen den sozialdemokratischen Regierungsparteien und der bürgerlichen Opposition gekommen.

Der Prinzipal

Auf dreifache Weise hat Gustaf Gründgens seinen Namen in die Theatergeschichte eingetragen: als Schauspieler, als Regisseur, als Intendant.

Rezept: Nationale Tarnung

Als eine Parallele zu heute sei in diesem Zusammenhang noch berichtet, daß es preußischen Gerichten damals gelungen ist, dem General Lüttwitz, Teilnehmer am Kapp-Putsch, seine Offizierspension zu sichern und sogar aufzuwerten.

Ertüftelte Urteile

Der frühere Reichsjustizminister, Professor Gustav Radbruch, berichtet im Dezember 1925 von folgendem Urteil des Amtsgerichts Berlin-Mitte: Ein (jüdischer) Hauswirt namens Nordheimer hatte die Räumungsklage angestrengt, weil ihn sein Mieter, ein Ausländer, wiederholt "deutsches Schwein" geschimpft hatte.

Damals war Rechtsprechung Rechts-Sprechung

Aus diesem Komplex heraus sind auch die sogenannten Feme-Mord-Prozesse erwachsen. Das sind Prozesse gegen solche Angehörige illegaler Leute, denen man es zutraute, daß sie nicht dicht hielten oder daß sie Verräter waren, kurzerhand ermordeten oder ermorden ließen.

Wer ist was im Kreml?

Das Parteipräsidium ist nicht nur das höchste Gremium der sowjetischen Staatspartei, sondern das wichtigste Führungsorgan der Sowjetunion überhaupt.

Art Buchwald:: Politik in St.Moritz

Welch herrlicher Februarmonat in der Schweiz! Am 1. Februar haben die Schweizer Wähler mit 654 924 gegen 323 306 Stimmen einen Antrag zurückgewiesen, der ihren Frauen das Stimmrecht bringen sollte.

Friede auf Zypern

An zwei Stellen vor allem saß in den letzten Jahren der Wurm im Gebälk der westlichen Einheit: in Algerien und auf Zypern. Nur an diesen beiden Punkten waren die Balken, die das Gefüge der NATO tragen, wirklich morsch geworden; nur hier drohte der imposanten atlantischen Bündnisstruktur wirkliche Einsturzgefahr.

Mein lieber Erich,

erinnern Sie sich des Mannes in Strindbergs "Traumspiel", der sich einen grünen Fischkasten wünschte, sein Leben lang? Er kriegt ihn schließlich, und der Kasten ist grün – aber das richtige Grün ist es nicht.

Damals in Leipzig...

Ich kannte Erich Kästner schon, ehe ich ihn "richtig" kennenlernte. Wie alt mag er damals gewesen sein? 26? Oder schon 27? Also es ist, wie man sieht, ein paar Jahre her.

ZEITMOSAIK

Daß bei Studenten zwischen dem Besitz eines Autos und den akademischen Leistungen ein enger Zusammenhang bestehe, glaubt der Rektor der kalifornischen Belmont-Universität festgestellt zu haben.

Nummer 8 vom 24. Februar 1949: Eine bange Frage

Mit einer gewissen Bitterkeit sagen die Berliner: "Die Westalliierten stehen uns näher als die Westdeutschen." Für uns "Westdeutsche", für die fünfundvierzig Millionen Bewohner der drei westlichen Besatzungszonen, ist das ein beschämender Ausspruch.

Völkerkunde leicht gemacht

Mit Verlaub – es begann mit Ceram! Ceram zeugte viele Kinder, so daß man heute schon von einem teils zivilisierten, teils halbwilden Stamm der Ceramiten sprechen kann.

Claus Henneberg:: für gudrun

Die im Tschudy-Verlag, St. Gallen, erscheinende Zeitschrift "Hortulus" macht mit ihrem jüngsten Heft auf den Lyriker Claus Henneberg aufmerksam.

"Obszönster Schriftsteller" – ein honoriger Bürger

Es gibt Autoren, gegen die man nur schlecht etwas sagen kann, weil schon allzu viele Menschen – und dazu solche, mit deren literarischem Urteil man für gewöhnlich nicht gern übereinstimmt – etwas gegen sie gesagt haben.

Bei Malern und Dichtern in Paris

Es geht kreuz und quer durch Paris, von einer Vernissage im Musée d’Art Moderne zur Premiere des neuesten Montherlant, von einem Atelierbesuch bei Hans Reichel zu einem Vortrag von Albert Camus, von einem Stadtteil zum andern, wobei ein "Stadtteil", eben weil es sich um Paris handelt, mehr als ein "quartier", nämlich auch ein geistiger Bezirk ist.

Steine auf Nachkriegsdeutschland

Willi Heinrichs Kriegsbücher "Das geduldige Fleisch" und "Der goldene Tisch" haben im Ausland weitaus mehr Leser erreicht als in der Bundesrepublik.

Der Weg zurück zum Original

Seit Jahren werden in der ZEIT von Christoph Ecke Schallplatten besprochen..................................................

Sachsen: Fluchtlicht-Vorhang an der Elbe

An der sächsisch-tschechoslowakischen Grenze bei Schmilka wird die Elbe seit neuestem nachts von Scheinwerfern angestrahlt, die eine Reichweite von sieben Kilometern haben.

Schleswig- Holstein: Wo der Bartels den Most holte ...

H. W., Wesselburen Man sagt den Dithmarschern nach, sie hätten harte Köpfe und einen eisernen Willen. Die Wesselburener Stadtvertreter bewiesen es in diesen Tagen aufs neue – in jenem Privatkrieg mit dem Kultusminister ihres Landes nämlich, in dem es um die Person des völkischen Barden Adolf Bartels geht, der als Verfasser des Romans Die Dithmarscher ebenso berühmt, wie als Urheber antisemitischer Haßgesänge berüchtigt geworden ist (siehe DIE ZEIT, Nr.

Süss, Fürstenplatz 2

Der Stromableser hat es mir erzählt. Da lebt am Fürstenplatz ein Mann, der schon 1896 in das Haus eingezogen ist. Süss heißt er.

Berlin: Viel Harmonie um die Philharmonie

Das Berliner Philharmonische Orchester hat den Krieg überlebt, nicht aber sein Heim. Die ebenso altväterliche wie akustisch vollkommene Philharmonie aus den achtziger Jahren, in der Bernburger Straße zwischen Potsdamer und Anhalter Bahnhof gelegen, ist in Trümmer gesunken.

Bremen: Zuchthaus für Loritz

Erschöpft zogen die Richter jetzt nach fünfeinhalb Monaten das Fazit in dem Monstreprozeß des bayrischen Exministers und Gründers der Deutschen Aufbauvereinigung, Alfred Loritz.

Hessen: Rechts vorbei auf der Autobahn

Wer auch immer in der Bundesrepublik heutzutage die Autobahn benutzen muß, für den wird ein Problem immer wichtiger: Wie verhält es sich eigentlich mit dem Rechtsüberholen? Darum halten wir es für gut, hier noch einmal eine ausführliche Rückschau auf einen wichtigen Prozeß zu geben.

Alice im Frankenland

Heute bin ich drei Wochen in Paris. Wär’s nicht so kalt und fast überall ungeheizt, dann wär’s wie im Paradies. Zur Erwärmung bin ich Kinoexpertin geworden.

Europa in der Luft geeint

Die Fluggesellschaften der EWG-Länder (Air France, Deutsche Lufthansa, Alitalia, Sabena) planen eine freiwillige Zusammenarbeit in der Flugplangestaltung und im Liniendienst.

Le Bonhomme für die Beherzten

Die Schaufenster der Reisebüros sind auf "Ferien in Weiß" dekoriert. Die Alpen werden in allen Variationen präsentiert, der Bayrische Wald, der Harz oder der Schwarzwald.

Tiroler Kletterberge

Das Assessorat für Fremdenverkehr der Region Südtirol-Trient gibt eine Schriftenreihe "Berühmte Kletterziele in den Dolomiten" heraus, in der jährlich etwa drei Hefte erscheinen: bisher als erstes, Heft eine zusammenfassende Schau der schönsten Dolomiten-Kletterberge (allerdings ohne die Civetta‚ die wohl in den Dolomiten, aber in einer anderen Region liegt), das zweite Heft war der Brentagruppe, das dritte der Rosengartengruppe gewidmet.

Notizen für Reisende

"Bei Air Towers" wird der Name los neuen Riesenhotels am Londoner Airport nach seiner Fertigstellung im Frühjahr 1960 sein. Der Clou des Hotels mit 200 Zimmern: Sie werden alle schalldicht, mit Radio und Fernsehgeräten ausgestattet sein.

Zu neuen Inseln

Neuerdings en vogue: Sardinien und Malta – Zwei touristische Ziele, die Afrika nahe sind

"Zum Gelde drängt doch alles"

In Geldangelegenheiten hört bekanntlich die Freundschaft auf. Wie sehr der Volksmund in dieser Beziehung recht hat, mußte jüngst eine deutsche Regierungsdelegation am Wiener Ballhausplatz erfahren.

Das ist die falsche Therapie!

Stehen wir, nach einer längeren Verschnaufpause, vor einer neuen Lohnoffensive der Gewerkschaften? Die Frage zum mindesten ist berechtigt, nachdem der Direktor des Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts der Gewerkschaften (WWI), Professor Gleitze, vor der Presse in Bonn die These in die Debatte geworfen hat, daß die Verbrauchskonjunktur in der Bundesrepublik durch eine "Verbesserung des Reallohns der Arbeitnehmer" in Gang gebracht werden müsse.

Nach der Abwertung

Im Januar, dem ersten Monat nach der Franc-Abwertung, hat sich die französische Warenbilanz verschlechtert, die Zahlungsbilanz dagegen erheblich gebessert.

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