St. Moritz

Welch herrlicher Februarmonat in der Schweiz! Am 1. Februar haben die Schweizer Wähler mit 654 924 gegen 323 306 Stimmen einen Antrag zurückgewiesen, der ihren Frauen das Stimmrecht bringen sollte. Nur drei Kantone von 22 – nämlich Genf, Neuenburg und Waadt – sprachen sich für das Frauenstimmrecht aus.

Als europäischer Vertreter der unlängst wiederbelebten Bull-Moose-Partei, einer amerikanischen Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Frauen das Stimmrecht zu verweigern, hat uns der Wahlsieg der Männer ein persönliches Vergnügen bereitet. Aus aller Welt sind die Glückwunschtelegramme eingegangen, eines auch vom Exekutivausschuß der Bull Moosers in New York. Dies ist der Wortlaut:

"HERZLICHSTE GLÜCKWÜNSCHE ZUM SCHWEIZER SIEG – STOP – BITTE KABELN SIE ALLE EINZELHEITEN SOWIE AUFKLÄRUNG ÜBER DIE IN GENF, NEUENBURG UND WAADT BEGANGENEN FEHLER DAMIT SO ETWAS NICHT NOCH EINMAL VORKOMMT – STOP – ZUSCHLAGEN SOLANGE DAS FONDUE BRODELT."

Um herauszufinden, was in der Schweiz nun wirklich passiert war, entschlossen wir uns, ein typisches Schweizer Dorf aufzusuchen und dort die Lage zu ergründen. Wir wählten ein kleines Örtchen im Engadin, das St. Moritz heißt. Hier, tief in den Alpen versteckt, findet man solche alten Schweizer Namen wie Elsa Maxwell, Stavros Niarchos, Tina Onassis, Arturo Lopez, Tex Feldman, Gianni Agnelli, Graf Theo Rossi, Mme. Sergej Semenenko, Prinzessin Soraya und Sir Gordon Richard.

Die St. Moritzer haben ihre Weiblichkeit schon immer wohl behütet, und obwohl die Frauen keinen Schleier mehr tragen, halten sie ihre Skistiefel sehr fest verschnürt.

So traten wir denn in die Dorfbar des Palast-Hotels, um uns mit ein paar Eingeborenen zu unterhalten.