Als erstes Realkreditinstitut hat die Rheinisch-Westfälische Boden – Credit – Bank – Rheinboden –, Köln, ihre Bilanz für 1958 vorgelegt. Der auf den 14. März einberufenen Hauptversammlung wird die Verteilung einer Dividende von 11 (9) v. H. vorgeschlagen. Damit ist die Körperschaftsteuerersparnis voll an die Aktionäre weitergegeben. Die wesentlich verbesserte Ertragslage kommt aber darin nicht zum Ausdruck, denn die Mehrerträge sind offensichlich in die Reserven gegangen. Allein die ausgewiesenen Rücklagen wurden um 4,5 (i. V. "nur" um 2,5) Mill. DM verstärkt. Sie betragen jetzt 13 Mill. DM und übertreffen damit das unverändert gebliebene Grundkapital von 10 Mill. um 3 Mill. DM. Da die Bank im Geschäftsjahr 1958 noch über eine ausreichende freie Umlaufsgrenze verfügte, hat sie von dem genehmigten Kapital in der Vergangenheit noch nicht Gebrauch gemacht. Aus Rentabilitätsgründen, wie es im Geschäftsbericht heißt. Der Platz für ein ausreichendes Neugeschäft soll aber freigehalten werden. Dazu reicht die kräftige Rücklagenerhöhung nicht aus. Deshalb erfolgt zum 1. Juli 1959 eine Kapitalerhöhung um 2,5 auf 12,5 Mill. Dabei wird auf einen an sich möglichen hohen Ausgabekurs für die jungen Aktien verzichtet; er ist auf 100 v. H. fixiert worden (halbe Dividendenberechtigung für 1959).

Diese wenigen Angaben zeigen bereits, daß der hohe Aktienkurs des Unternehmens von 365 v. H. ohne weiteres berechtigt ist. Das in den letzten Jahren abgeschlossene Neugeschäft garantiert der Bank eine gleichbleibend gute Ertragslage; sie wird durch das laufende Geschäft mit Sicherheit verbessert. In dem Kurs ist eine Dividende von 11 v. H. sowie ein Bezugsrecht enthalten, dessen rechnerischer Wert auf über 50 v. H. liegen dürfte. Der "nackte" Kurs beträgt also rund 300 v. H.; angesichts der hohen Rücklagen kann man ihn nicht als zu hoch ansehen. Und ähnlich wie bei Rheinboden dürften die Verhältnisse auch bei den meisten anderen westdeutschen Hypothekenbanken liegen, was doch wohl beweist, daß die Hausse in diesen Werten durchaus reale Hintergründe hatte.

Das Geschäftsjahr 1958 wurde bei Rheinboden durch den im Hypothekengeschäft herrschenden "Käufermarkt" gekennzeichnet. Neue Darlehen wurden in Höhe von 82 Mill. DM – einem bisher von dem Institut noch nicht erreichten Jahresbetrag – zugesagt. Die Auszahlungen von Hypotheken betrugen 56,3 Mill. DM. Bedeutsamer war das Geschäft noch mit den öffentlichrechtlichen Körperschaften. Es wurden nämlich Kommunaldarlehen von 116,3 Mill. DM gewährt. Auf der Passiv-Seite, dessen Umfang von den Möglichkeiten im Aktivgeschäft wesentlich beeinflußt wurde, stiegen die aufgenommenen langfristigen Darlehen um 10 Mill., die im Umlauf befindlichen tarifbesteuerten Pfandbriefe um 46,5 Mill. und die im Umlauf befindlichen tarifbesteuerten Kommunalschuldverschreibungen um 107,1 Mill. DM. (Bilanzsumme 704,4 Mill. DM – in 1957: 531 Mill.) -dt