pk, Celle

Im Rechtsstreit der Witwe Frieda Wenke aus Hameln gegen die niedersächsische Zahlenlotto GmbH. in Hannover (vergl. DIE ZEIT, Nr. 17, 18 und 26, 1958) hat der 10. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Celle jetzt sein Urteil verkündet. Rundheraus bestätigte es den Spruch der ersten Instanz, der im Juni 1958 im Landgericht zu Hannover verkündet worden war. Die Berufung der Zahlenlotto GmbH, sei unbegründet, das Landgericht habe Frau Wenke den eingeklagten Teilbetrag von 10 000 Mark zu Recht zugesprochen. Es könne auch kein Zweifel daran bestehen, daß der Frau Wenke für die sechs richtigen Zahlen der Gesamtgewinn von 500 000 Mark zustehe.

In wenigen Worten sei noch einmal die Vorgeschichte rekapituliert:

28. 3. 1958. – Richtiger Typ der Frau Wenke beim Lottoeinnehmer Ewald in Hameln abgeliefert.

30. 3. 1958. – Feststellung: "Sechs richtig." Frau Wenke meldet Anspruch an. Lottozentrale in Hannover hat jedoch B- und C-Scheine des Wenke-Tips nicht erhalten. Ewald banderolierte A, unterschlug aber B und C. Gesellschaft bezweifelt Zustandekommen des Wettvertrages.

20. 6. 1958. – Landgericht Hannover bestätigt ordentlichen Wettvertrag nach niedersächsischem Lottogesetz. Schöffengericht Hameln verurteilt inzwischen Lotto-Einnehmer Ewald wegen fortgesetzter Untreue und Unterschlagung zu 14 Monaten Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. Lottogesellschaft geht wegen grundsätzlicher Bedeutung des Falles in die zweite Instanz.

Der Vertreter der Gesellschaft blieb auch in Celle auf der einmal eingeschlagenen Argumentationslinie. Wegen der "grundsätzlichen Bedeutung" geht der Streit nun in die dritte und letzte Instanz, zum Bundesgerichtshof. Witwe Wenke aber wartet weiter.