Nichts ist leichter, als so zu schreiben, daß es kein Mensch versteht, wie hingegen nichts schwerer, ab bedeutende Gedanken so auszudrücken, daß jeder sie verstehen muß. – Schopenhauer

Stud. mot.

Daß bei Studenten zwischen dem Besitz eines Autos und den akademischen Leistungen ein enger Zusammenhang bestehe, glaubt der Rektor der kalifornischen Belmont-Universität festgestellt zu haben. Nach seiner Statistik besitzt keiner der Studenten, die das Semester-Examen mit Auszeichnung bestanden, ein Auto; von den als "gut" befundenen hatten 15 v. H. einen Wagen, von den mit "genügend" qualifizierten 41 v. H. und von den mit "ausreichend" davongekommenen 71 v. H. Kommentar des Rektors: "So wird die Erziehung überfahren."

Auszeichnung für Wilhelm Lehmann

Den Schiller-Gedächtnispreis des Landes Baden-Württemberg, der mit 10 000 Mark dotiert ist, erhielt dieses Jahr der in Eckernförde lebende 76jährige Dichter Wilhelm Lehmann. Die Auszeichnung gilt seinem schriftstellerischen Gesamtwerk, vor allem aber seinen Gedichten (von denen manche zuerst in der ZEIT erschienen sind).

Ossianski und Forrestierski

Der russische Geiger Goldstein hatte vor etwa einem Jahr in den Archiven Odessas die "Symphonie Nr. 21 zur Einweihung des Theaters von Odessa 1809" entdeckt, gezeichnet mit dem Namen eines unbekannten Komponisten: Ovsianik Kulinowski. Über diesen Komponisten entstand, gestützt auf spärliche und schwankende Angaben Goldsteins, eine umfangreiche Literatur; denn ganz Rußland begeisterte sich für das Meisterwerk. Nachdem der Erfolg gesichert ist, behauptet jetzt Goldstein, einen Ovsianik Kulinowski habe es nie gegeben; er selber sei der Komponist des Werkes. Es ist so tröstlich, bestimmte Eigentümlichkeiten des Kulturbetriebes noch im ganzen Europa zu finden.