Die Gründung der Du Pont de Nemours International, in Genf, bildet den Abschluß langdauernder Überlegungen in der Exportabteilung, Sektion Europa (die andere Abteilung befaßt sich mit dem Lateinamerika-Geschäft in Wilmington). Du Pont besaß schon vorher ein "Europäisches Büro" mit Sitz in London. Die Aufgaben dieses Büros, nämlich die Organisation, Finanzierung und Überwachung des Absatzes in Europa, werden nunmehr auf das Genfer Büro übertragen werden.

Als besondere Gründe für die Verlegung des Europabüros von England nach der Schweiz erwähnt die Du-Pont-Verwaltung die verkehrsgünstige Lage Genfs und die Stabilität der politischen Verhältnisse in der Schweiz. Aber die von Du Pont anzubietenden Waren kommen aus den USA und werden nach der Fertigstellung der Fabriken in Nordirland (Londonderry), Belgien (Brüssel-Malines) und Holland (Dordrecht) von etwa 1960/61 an von dort verschifft werden; weder das Londoner Büro bekommt sie noch wird sie das Genfer in die Hand bekommen.

Der Grund für die Verlegung ist zweifellos darin zu suchen, daß Du Pont das Kontinental-Europa-Geschäft für so wichtig ansieht, daß demgegenüber eine Bearbeitung von London aus als nicht ausreichend erscheint. Das hängt zu einem großen Teil mit den Auseinandersetzungen über das Verhältnis Englands zur EWG zusammen. Ursprünglich erschien vielen amerikanischen Firmen die Errichtung von Filialen in England, zur Förderung des Europa-Geschäfts, schon aus Sprachgründen als nächstliegend. Unter den amerikanischen Firmen, die in der letzten Zeit englische Filialbetriebe errichteten, finden sich Namen von hohem Rang, wie:

United Aircraft Export Corp.

Lister-Todd Engineering Corp.

Monsanto Chemicals Ltd.

Colgate-Palmolive Ltd.