Der Appetit kommt beim Essen" – so schrieben wir vor einer Woche und warnten davor, dem russischen Bären allzu fette Vorleistuagshappen schon vor Beginn einer Virmächtekonferenz hinzuwerfen.

Und siehe da, der sowjetische Ministerpräsident hat uns nicht Lügen gestraft. Sein Appetit kam in der Tat beim Essen. Kaum hatte er das westliche Kompromißangebot einer beratenden Teilnahme von Vertretern beider Teile Deutschlands an einer Viermächtekonferenz serviert bekommen, da verlangte er, zufrieden kauend, nach mehr.

"Wer A sagt", rief er (auf einer Kundgebung am Dienstag im Kreml), "soll auch B sagen!" Und wer für Konferenzteilnehmer aus Pankow sei, der habe doch damit Pankow de facto anerkannt. Wer aber die Existenz zweier deutscher Staaten anerkenne, der müsse es auch für vernünftig halten, daß diese beiden Teile Deutschlands die Wiedervereinigung unter sich aushandeln.

So daß denn also – folgt man diesen Argumenten des sowjetischen Ministerpräsidenten – noch vor Beginn der Viererkonferenz der Westen alles gegeben, jedoch nichts empfangen hat. Wozu dann überhaupt noch eine Konferenz? Ja, wozu?, fragt auch Chruschtschow. Er hält nichts davon...