Die Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt vormals Roessler, Frankfurt/Main, hat die volle Körperschaftssteuerermäßigung an die Aktionäre weitergegeben. Generaldirektor Schlosser wies auf der Hauptversammlung darauf hin, daß das reine Betriebsergebnis der DEGUSSA trotz gestiegenen Umsatzes geringer als im Vorjahre ist. Höhere Erträge bei einigen Organgesellschaften brachten einen Ausgleich. Der Gesamtgewinn aber hätte ohne Körperschaftssteuerermäßigung nur zu einem Dividendenvorschlag von 11 v. H. geführt.

Wie vorsichtig man bei der DEGUSSA nicht nur mit allen Aktionärrechten, sondern auch mit Neuerungen umgeht, zeigten die Ausführungen Schlossers über die Bekanntgabe von Umsatzzahlen. Er versteht sehr wohl, daß die Aktionäre sie kennen wollen, hat aber dennoch Bedenken, dem Außenstehenden, vor allem der Konkurrenz, mehr zu erzählen als gut ist. Über das Ausmaß der Publizität auf diesem Gebiet macht man sich deshalb bei der Verwaltung Gedanken, ohne bis jetzt zu einem endgültigen Ergebnis gelangt zu sein. Deshalb will man die bevorstehende gesetzliche Regelung abwarten, um dann von vornherein die DEGUSSA-Publizität dem erwarteten neuen obligatorischen Schema anzupassen. Dr. Schlosser gab bekannt, daß der Umsatz der DEGUSSA mit allen ihren Arbeitsgebieten und unter Einschluß der Organgesellschaften im abgelaufenen Geschäftsjahr 731 Mill. DM betrug. Davon entfallen auf die Umsätze aus eigener Erzeugung 450 Mill. DM und auf Handelswarenumsätze, so auch Edelmetalle, 281 Mill. DM.

Generaldirektor Schlosser blickt nunmehr auf eine Dienstzeit von 44 Jahren bei der DEGUSSA zurück; 34 Jahre gehört er dem Vorstand an, dessen Vorsitz er seit 20 Jahren innehat. Aus Altersgründen legt er in Kürze sein Amt nieder; mit ihm sein langjähriger Kollege Dr. von Retze. Zwei jüngere Herren aus dem Kreise der DEGUSSA wurden dafür in den Vorstand berufen; dessen Vorsitz übernimmt Ministerialdirigent a.D. Dr. Prentzel, der schon seit 4 Jahren dem Vorstand als ordentliches Mitglied angehört. Er stellte sich mit einem einleitenden Vortrag über das Wirken der DEGUSSA auf dem Atomgebiet der Hauptversammlung als künftiger Chef vor. Der Aufsichtsratvorsitzende Dr. Richter wies darauf hin, daß damit der DEGUSSA-Vorstand verjüngt sei. Alle Mitglieder aus der alten Zeit sind ausgeschieden. Der scheidende Generaldirektor Schlosser wurde in den Aufsichtsrat gewählt.

W. R.