Das Geschäftsergebnis der Sparkasse der Stadt Köln als der größten Sparkasse des Landes Nordrhein-Westfalen und einer der größten im Bundesgebiet darf als repräsentativ für den gesamten Sparkassenbereich gelten. Um so begrüßenswerter ist es, daß das Institut wieder sehr frühzeitig seine Abschlußzahlen bekanntgibt. Ebenso wie bei fast allen anderen Kreditinstituten ist das Geschäftsjahr 1958 durch einen ungewöhnlich starken Einlagenzuwachs gekennzeichnet, der bei der Sparkasse der Stadt Köln natürlich in seinem überwiegenden Teil von dem ungewöhnlich hohen Sparaufkommen getragen wurde. Die Spareinlagen nahmen allein um 88 Mill. DM zu und übertrafen – wie im Geschäftsbericht festgestellt wird – damit absolut und der Kaufkraft nach die Sparergebnisse aller Vorjahre beträchtlich. Insgesamt stiegen die Einlagen der Sparkasse um rund 99 Mill. DM. Sie waren es in erster Linie, die am Ende des zehnten Jahres nach der Währungsreform die Bilanzsumme auf 826 Mill. DM brachten. Sie ist dreizehnmal höher als die Summe der DM-Eröffnungsbilanz.

Die Zunahme der Einlagen in Verbindung mit den hohen Tilgungsrückflüssen schuf einen erweiterten Kreditspielraum, der insbesondere im langfristigen Bereich genutzt wurde. Insgesamt dehnte sich das Kreditvolumen gegenüber dem Vorjahr um 21,9 v. H. aus. Im kurz- und mittelfristigen Kreditgeschäft, das trotz einer tendenziell geringeren Nachfrage um 8,6 Mill. wuchs, ist die Zunahme der Wechselkredite bemerkenswert.

Der Überschuß der Geldkapitalbildung über die Kreditgewährung fand vornehmlich Anlage in Wertpapieren und in Guthaben bei öffentlichrechtlichen Kreditinstituten. Der Wertpapierbestand, der sich im Berichtsjahr um 28 Mill. erhöhte, blieb mit 10,1 v. H. der Bilanzsumme unter den entsprechenden Zahlen vergleichbarer Kreditinstitute. Dagegen war die Zunahme langfristiger Anlagen bei Kreditinstituten beachtlich. Auf Grund dieser Angaben könnte man meinen, daß es der Sparkasse im vergangenen Jahr schwergefallen sein muß, ausreichende Verwendungsmöglichkeiten für die ihr zuströmenden Einlagen zu finden. Diesem möglichen Einwand begegnet die Verwaltung mit dem Hinweis, "daß im übrigen bei unserer Sparkasse trotz reichlichem Liquiditätszufluß nicht von einer Überliquidität gesprochen werden kann, da ein aus den Bilanzzahlen nicht erkennbarer hoher Überhang von zugesagten, aber noch nicht in Anspruch genommenen Krediten das wahre Liquiditätsbild verdeckt".

Immerhin ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert zu erfahren, daß erstmals seit der Währungsreform allen berechtigten Anträgen auf Hypothekendarlehen ohne Einschränkungen stattgegeben werden konnte. Im Jahr 1958 wurden Hypothekenzusagen von 60 Mill. DM gegeben. An Hypothekendarlehen wurden 26,3 Mill. ausgezahlt, der Überhang wird am Jahresende 1958 mit 30,4 Mill. DM beziffert. Diese Zahlen wären unvollständig ohne die Erwähnung der gewährten Kommunaldarlehen von 6,7 Mill. DM, die damit auf 64,6 Mill. DM wuchsen.

Zum Ergebnis des Jahres stellt der Geschäftsbericht fest, daß der bereits spürbar gewordene Druck auf die Zinsspanne sich im Berichtsjahr fortgesetzt hat. Mit 2,62 v. H. der Durchschnittsbilanzsumme ist die Zinsspanne auf den niedrigsten Stand seit 1950 gesunken. Neun Zehntel des Reingewinns von 3,9 Mill. DM werden der Sicherheitsrücklage zugeführt, die damit 24 Mill. oder 3,35 v. H. der Einlagen ausmacht. Das restliche Zehntel dient gemeinnützigen Zwecken. dt