Bayernpartei-Vorsitzender Baumgartner mußte die politische Bühne räumen

GK, München

Wenn’s der Panholzer werd, nacha wem ma ganz schön schwarz", meinte der Delegierte aus dem Oberland. Der Gamsbart auf dem Trachtenhut seines Gesprächspartners nickte lautlos. Dann betraten die beiden Männer wieder den großen Saal des Münchener Hofbräukellers. Die Türen wurden verschlossen. Zum erstenmal fand die Wahl unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Und "der Panholzer" wurde es: neuer Landesvorsitzender der Bayernpartei. Mit 198 von 221 Stimmen.

Der bisherige BP-Chef, der 54jährige Professor Dr. Joseph Baumgartner, fehlte auf der Landesversammlung. Er hatte vor zwei Wochen die Geschäfte des Parteivorsitzenden in die Hände seines Stellvertreters und Parteigründers Ludwig Max Lallinger gelegt. Jedoch ausdrücklich nur für die Zeit "bis zur Klärung der Spielbank-Affäre".

Gegen Baumgartners Willen wurde die Landesversammlung einberufen und ein neuer Vorsitzender gewählt. Baumgartner, der fast zehn Jahre lang das heterogene Parteigebilde aus störrischem weiß-blauem Föderalismus, verspätetem Monarchismus und opportunistischem Liberalismus einigermaßen zusammengehalten hat, ist abgeschrieben.

"Baumgartner war ein bayerischer Löwe, dem das Land Bayern und die Bayernpartei außerordentlich viel verdankt", sagte Dr. Joseph Panholzer. Und er fügte hinzu: "Ich bin weder Konkursverwalter, noch werde ich ein Vergleichsverfahren anmelden." Allzuoft war in den vergangenen Wochen die Rede davon, daß die Bayernpartei nun wohl endgültig Pleite machen würde.

War es Meineid?