Dd, Saarbrücken

Nur das Saarland will nichts davon wissen" schrieb eine Zeitung des Rhein-Main-Gebiets über die Erfolgsmeldung des Kuratoriums Unteilbares Deutschland, aus der hervorging, daß bereits rund acht Millionen Bürger der Bundesrepublik ein Brandenburger-Tor-Abzeichen gekauft haben.

In der Verlautbarung des Kuratoriums hatte es nämlich weiter geheißen, es sei "bisher nicht möglich gewesen, die Plakette ins Saarland zu bringen". Aus dieser nicht ganz eindeutigen Feststellung zog wohl nicht nur die Offenbach-Post" den falschen Schluß, daß die Saarländer von den kleinen Brandenburger Toren nichts wissen wollten...

In Wirklichkeit hat der Chef der saarländischen Landeszentrale für Heimatdienst, der einst von Johannes Hoffmann ausgewiesene Mitbegründer der Saar-CDU, Karl Walz, die Abzeichen schon vor Monaten bei einer Firma in Saarlouis bestellt. Dort lagern, so erfährt man, jetzt etwa 100 000 Brandenburger Tore – ohne die dazugehörigen Nadeln. Diese Nadeln nämlich ließen sich im französischen Wirtschaftsraum nicht kurzfristig beschaffen. So wurden sie in der "übrigen Bundes? republik" bestellt. Aber als die Pakete an der Zollgrenze ankamen, erfüllten die französischen Beamten ihre Pflicht und hielten die Nadeln, für die keine Importlizenz ausgestellt war, zurück.

Inzwischen hat sich die Landeszentrale mit Erfolg um die fehlende Lizenz bemüht. Und so werden schon zu dieser Stunde die bundesdeutschen Nadeln an die Saarlouiser Brandenburger Tore gelötet.