Ben, Hamburg

Vor dem Schöffengericht stand ein Betrüger. Seine Wangen und die Nase und das Kinn waren getötet, aber die Stirn war bleich. Um den kurzen Hals unter dem breiten Kopf hatte er sich einen rotkarierten Schal geschlungen, und der blaue Wintermantel mußte gut zu ihm gepaßt haben, als er vielleicht fünf Pfund weniger wog.

Der Betrüger hatte vorzutreten, und dann mußte er sich wieder setzen. So ruhig wie er den Richter ansah, so ruhig redete er. Manchmal drückte er sich gewählt aus. Er war im ersten Weltkrieg Leutnant der Reserve gewesen.

Der Richter sah ihm immer auf den Mund, und der Schöffe links von dem Richter sah ihm immer in die Augen und der Schöffe, der rechts vom Richter saß, sah ihm immer auf die Hände. Sie waren fleischig und rot.

Aber seinen Hut beachteten sie nicht. Jedesmal, wenn er aufstehen mußte, griff er nach dem Hut und hielt ihn entweder in der rechten Hand oder in der linken Hand oder hielt ihn sich vor die Brust. Der Hut gab ihm Halt. Es war ein teurer Hut gewesen.

Als das Urteil verkündet wurde, da wußte der Betrüger nicht, ob er seinen Hut in der Hand behalten sollte oder nicht. Er ließ ihn lieber liegen. Und auf der Anklagebank sah der Hut aus, als hätte er dort nichts mehr zu suchen.

Für dreieinhalb Jahre sollte der Betrüger ins Gefängnis. Aber er nahm das Urteil nicht an. Zwei Polizisten brachten ihn ins Untersuchungsgefängnis. Zögernd nahm er seinen Hut von der Bank und folgte den Beamten. Den Hut hielt er auf dem Rücken, damit er nicht sehen sollte, wohin es ging.