DIE ZEIT

Kongo-Nachspiel

Die belgische Regierung hatte eine neunköpfige parlamentarische Kommission eingesetzt, um die Ursachen für die Aufstände im Belgischen Kongo zu untersuchen, bei denen 49 Afrikaner getötet und 290 Leute (darunter 49 Europäer) verletzt wurden.

Ein zweiter 13. Mai?

Staatspräsident de Gaulles Pressekonferenz, in der er von dem „normalen Schicksal des deutschen Volkes“ sprach, hatte auch ihre innenpolitischen Folgen.

Zehn Jahre NATO

So traf es sich ganz gut, daß der zehnte Jahrestag der NATO mit der Eröffnung jener Ministerratssitzung zusammenfiel, bei der die fünfzehn Nordatlantikpaktmächte sich über die Konzeption einigen müssen, mit der sie den Sowjets beim Außenministertreffen im Mai gegenübertreten wollen.

Außenpolitische Debatte?

Die SPD und FDP drängen auf eine außenpolitische Debatte. Man könne nicht, sagte Mende, am Vorabend einer Deutschlandkonferenz das Debattieren über die Deutschlandfrage ausschließlich den Parlamenten in Washington, London und Paris überlassen.

Noch ist Deutschland nicht verloren

Von einem Frühling der Politik konnte in der Osterwoche keine Rede sein: eher herbstlich als lenzlich mutet derzeit die Atmosphäre in Bonn an.

Pankows Rattenfängerflöte

Seit Chruschtschows Leipziger Besuch sind die Töne, die die sowjetdeutsche Propaganda gegenüber Berlin anschlägt, sanfter als vorher.

Baudissins Nachfolger

Ein Oberst war es, der während der ersten Jahre des Aufbaues der Bundeswehr in der öffentlichkeit bekannter wurde als jeder andere Offizier dieser jungen Truppe.

Konferenzfahrplan

1. April: Die Außenminister der Westmächte sind am Dienstag in Washington zu einer zweitägigen Geheimkonferenz zusammengekommen.

Franz Blücher

Die Männer, die die Fundamente für den wirtschaftlichen Zusammenschluß Westeuropas legen, wissen weit über die Grenzen der Bundesrepublik hinaus, wie sehr sich Franz Blücher um ihre gemeinsame Aufgabe verdient gemacht hat.

Das Pulverfaß im Etschtal

Mussolini hoch zu Roß, umgeben von faschistischen Emblemen, die Hand zum Gruß aufgereckt – das ist eine Sehenswürdigkeit, die man heute in Europa wohl nur noch an einer Stelle findet, in Südtirol nämlich, auf dem Monumentalfries des Palazzo degli uffici finanziari, der Finanzdirektion im italienischen Stadtteil von Bozen.

ZEITSPIEGEL

„Stellen wir uns alle vor Augen, wenn uns das Opfer momentan groß erscheinen mag, daß heute eine einzige Kinokarte oder eine einzige Maß Bier bereits mehr kostet als der Beitrag für einen Monat im BHKB.

Terror in Tibet

In Tibet herrscht Revolution. Ein freiheitsliebendes Volk kämpft um seine Unabhängigkeit. Die Tragödie, die sich in den letzten Wochen auf dem "Dach der Welt" abspielte, hat aufs neue das Bild jener blutigen Herbsttage heraufbeschworen, in denen sowjetische Panzer die ungarische Erhebung unerbittlich niederwalzten.

Art Buchwald:: Kompliziertes Schnecken-Essen

Dies war die Entscheidung: eine Dame, die ein Restaurant auf Schadenersatz verklagt hatte, weil sie nach dem Genuß von Schnecken erkrankt war, wurde vom Gericht mit ihrer Klage abgewiesen, da die Schnecken aus Dosen stammten – was den Wirt des Verdachts der Fahrlässigkeit enthob.

Atomstrategie und Christofilos-Effekt

„Atomexplosion im Weltraum“ – die Schlagzeilen verkündeten eine Sensation. Was steckt dahinter? Theo Löbsack, Doktor der Naturwissenschaften und Autor des erfolgreichen Buches „Der Atem der Erde – Wunder und Rätsel der Luft“, zeigt im folgenden Artikel die Bedeutung des amerikanischen Experiments auf.

Das verdunkelte Idol

Man hat gesagt, die französischen Gemeindewahlen seien kein Votum gegen den General de Gaulle gewesen, sondern nur eines gegen die Gaullisten.

Hessen: Wiesbadener Pinspotter-Debüt

Was Pinspotter sind und warum es sie bisher in Europa nicht gegeben hat – wenigstens keine automatischen Pinspotter –, das war mir nicht klar, bis mich die Einladung (auf bestem Bütten) zu einer Pressekonferenz mit kleinem Imbiß und anschließender Besichtigung der ersten automatischen Pinspotter Europas erreichte.

Berlin: Touristen an der Spree

Von der Siegessäule bis zum Brandenburger Tor stauten sich die parkenden Wagen, die meisten mit westdeutschen, auch ausländischen Nummernschildern; die Straßen zwischen Hilton-Hotel und Gedächtniskirche waren verstopft, und über den Kurfürstendamm strudelte der Menschenstrom: Berlin erlebte über Ostern eine Touristeninvasion, die alle Nachkriegsrekorde brach.

Der Hut

Vor dem Schöffengericht stand ein Betrüger. Seine Wangen und die Nase und das Kinn waren getötet, aber die Stirn war bleich.

Wie gemischt sind die Gefühle?

Von der Absicht des Auswärtigen Amtes, die deutsche Kulturpolitik in aller Welt zu intensivieren, hört man mit gemischten Gefühlen.

Ist die Form der Universitäten noch zeitgemäß?

Zu den melancholischsten Beschäftigungen für den an akademischen Fragen interessierten Zeitgenossen gehört heute zweifellos die Lektüre der zahlreichen Memoranden, Denkschriften und Resolutionen zur Hochschul- und Schulreform aus den letzten zehn Jahren.

Adam, Eva, sittliche Empörung

Einen italienischen Verleger, der „Romane“ als Bilderserien herausgibt und dabei kitschige Liebesgeschichten und Räuberpistolen bevorzugt, hat der Drang zu Höherem (Geschäft) gepackt.

Kunstgenießer

Was Natur oft kalt versagt, manchmal schenkt es die Kunst. „Sommer“ heißt das Bild von Hans Thoma im ersten Seitentrakt links des Dahlemer Museums.

ZEITMOSAIK

Man ist nicht Herr der Wirkungen seiner Sätze, ja man ist oft auch nicht schuld an ihrer guten oder bösen Wirkung. Auf den Verkehrten wirkt oft auch das Richtige verkehrt, auf den Richtigen das Verkehrte richtig.

Ein Freund der Regierung

Zu einem Wochenende luden sie Journalisten ein, um ihnen an Ort und Stelle zu zeigen, wie viele Freunde die Regierung hatte.

Ein großer Liberaler in Frankreich

Der Tod André Siegfrieds, des Patriarchen der politischen Wissenschaften in Frankreich und Mitherausgebers des „Figaro“, hat in diesem Augenblick eine für ganz Frankreich besondere Bedeutung.

Wider das Alexandrinertum

Zunächst soll der Mörike-Leser von der Vorstellung eines Schöpfers formschöner, spielerischer Idyllen befreit, soll ihm statt dessen ein Dichter gezeigt werden, der in einem lyrischen Bild Motive zu berühren weiß, die weit zurückreichen zum Urzustand von Mensch und Ding, zur mythologischen Deutung des Ur-Beginns.

Neue Wirklichkeiten

Trotz Kant, trotz der Marburger Schule und trotz Husserl will es der Psychologie anscheinend nicht gelingen, die Grenzen ihres Forschungsbereiches einzuhalten.

Einen Schritt näher an Baudelaire

Seitdem vor etwas über hundert Jahren das Erscheinen der „Blumen des Bösen“ eine neue Epoche lyrischer Dichtung einleitete, ist ihr Dichter Gegenstand kritischer Überlegungen.

Nr. 14 vom 7. April 1949: Staat und Kultur

Völlige Freiheit gegenüber jeder Regierung forderte Bertrand Russell bedingungslos für den kulturellen Bereich des Lebens. Während die Macht- und Besitztriebe des Menschen immer mehr reguliert und unter Kontrolle gehalten werden müssen, ist umgekehrt die Befreiung der schöpferischen Triebe des Menschen die einzige Rettung vor der Erstarrung unserer Kultur.

Neue Schallplatten:: Händel mit mehr Systematik

Am 14. April ist Händels 200. Todestag. Man hat den Eindruck, als ob die Schallplatte anläßlich dieses bevorstehenden Jubiläums nun endlich mehr Systematik in die Erfassung des Werkes dieses großen Deutsch-Engländers bringen wollte.

Ein völlig deutscher Gegenstand

als einen Protest gegen die Anrempelungsversuche auffassen, die dem treuen alten Erdtrabanten seitens der modernen Raketentechnik zuteil werden? Möglich, wenngleich wir dem sinnigen Unternehmen nicht à tout prix einen kämpferischen Sinn unterstellen wollen, da es sich durchaus lyrisch und nichts als das präsentiert.

Der „europäische“ Getreidepreis wird gesucht

Mit der Besprechung, die vor einigen Tagen in Brüssel zwischen der Generaldirektion Landwirtschaft der EWG-Kommission und den Präsidenten der Bauernverbände der EWG-Länder unter Vorsitz des „europäischen Agrarministers“ Dr.

Der Butzemann

Schier ergreifend ist es, welche Sorgen man sich um unsere Luftfahrtindustrie macht. Sie, die sich erst ab 1955 als „Spätheimkehrer der deutschen Wirtschaft“ rühren durfte und obendrein mit finanziellen Bürden aus Kriegs- und Vorkriegszeit belastet ist, könnte möglicherweise durch Staatsaufträge für Nachbauten von ausländischen Militärflugzeugtypen „hochgezüchtet“ werden, um sich später nach Vorbild ausländischer Mammutunternehmen, „von Subventionen zu mästen“.

Was dem einen recht ist ...

Wir haben uns die Allüren eines reichen Mannes zugelegt. Eine politische Schuld soll vorzeitig getilgt werden. Und dabei hat die Geschichte mehr als einmal bewiesen, wie schnell politische Schulden – beginnen sie erst einmal zu drücken – erlassen zu werden pflegten.

USA-Außenhandelspolitik auf Abwegen

Mit dem Beschluß, die Erdöleinfuhr ab 1. April zu kontingentieren, hat die Eisenhower-Regierung der Kette protektionistischer Eingriffe, welche den Binnenmarkt von der immer ungemütlicher werdenden Auslandkonkurrenz abschirmen soll, ein weiteres Glied hinzugefügt.

Der Personalchef

Viele Teilnehmer der Tagung mit dem Thema „Die Entdeckung des Mitarbeiters“ – veranstaltet von der Evangelischen Akademie Loccum – waren angenehm überrascht.

Kanada und die schleichende Inflation

Wohl selten zuvor ist in Kanada der Budgetentwurf mit so allgemeiner Spannung erwartet worden wie in diesem Jahr. Zuviel ist in den letzten Wochen über die Zusammenhänge von Arbeitsbeschaffung, Defizit im Staatshaushalt und Geldentwertung geschrieben und geredet worden, als daß man nicht dem finanziellen Programm der Regierung fürs nächste Haushaltsjahr größte Bedeutung beimessen würde.

Randgebiete der EWG

Dänemark könnte sich nicht allein ohne die nordischen Länder der EWG anschließen: Es würde sich damit in die Randlage zum EWG-Raum hineinmanövrieren, in der sich Schleswig-Holstein heute befindet!“ – mit diesen Worten kommentierte der dänische Handelsminister Prof.

Hier irrt Seebohm!

Auch Minister sollten nicht an den Tatsachen vorbeiargumentieien, selbst wenn sie sich zwischen eigenen Zusagen und den Beschneidungen ihres Etats durch den Bundesfinanzminister in die Enge getrieben fühlen.

Erfolgreiche DeTeWe

Mit einer Umsatzsteigerung von 45,4 auf 53,5 Mill. DM oder um rd. 18 v. H. sind die Deutsche Telephonwerke und Kabelindustrie AG (DeTeWe), Berlin, im Geschäftsjahr 1957/1958 (30.

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