• Die Sowjetunion hat den westlichen Vorschlag, für den 11. Mai eine Außenministerkonferenz nach Genf einzuberufen, akzeptiert und ist bereit, „Fragen im Zusammenhang mit Deutschland einschließlich Friedensvertrag und Berlin-Frage“ zu behandeln.

Noch nie ist ein westlicher Vorschlag so rasch (von Donnerstag bis Montag) und so unverändert angenommen worden.

  • Hinter verschlossenen Türen tagten in Washington die Außenminister der drei Westmächte und der Bundesrepublik, um die noch bestehenden Divergenzen auszugleichen. London ist am flexibelsten: militärisch (einfrieren, abrüsten) und politisch (unter allen Umständen Gipfel), Paris ist Londons Gegenpol, Washington steht etwa in der Mitte.

Es scheint, daß man sich einigen wird auf: Vorschlag eines westlichen Friedensvertrages, lose Verbindung (nicht Konföderation) der beiden Deutschlands und stufenweise Wiedervereinigung; für Berlin unter Umständen Einbeziehung der UN.

  • Staatspräsident de Gaulle hielt seine erste Pressekonferenz. Zur Außenpolitik: Festigkeit in Berlin. Keine Anerkennung Pankows. Gipfelkonferenz nur, wenn Außenminister erfolgreich waren. Deutschland, sagte er, müsse die heutigen Grenzen als endgültige anerkennen. Zur Innenpolitik: Vage Erklärungen über Algerien.

Rechts neben de Gaulle saß vollzählig die Regierung, links (im Umfang nicht geringer) sein persönlicher Stab, die „Schattenregierung“ – ein, wie viele meinten, symbolisches Bild.

  • Nach wochenlangem Schweigen hat Peking den Ausbruch eines Volksaufstandes in Tibet zugegeben, der Mitte März zu blutigen Kämpfen in der Hauptstadt Lhasa geführt hatte. Die autonome tibetische Regierung wurde aufgelöst. Der größte Teil Tibets steht unter Militärkontrolle. Im Osten und Süden des Landes sind die Chinesen des Aufstandes noch. nicht Herr geworden.