Bayern

GK., München

Dreiunddreißig Tagesordnungspunkte waren ohne größere Debatte erledigt worden. Eine Routinesitzung ohne besondere Ereignisse – so schien es. Doch als die Stadträte den Sitzungssaal verließen, gab es immer noch harte Wortgefechte, in denen Ausdrücke wie „Unverschämtheit“ fielen. Zum Schluß nämlich und ganz unangemeldet hatte der streitlustige Dr. Ludwig Schmid vom „Münchener Block“ noch für eine kleine Sensation gesorgt,

Schmid ließ unter seinen Kollegen ein Schriftstück kursieren, das der Form nach einer bissig formulierten Stellenanzeige glich:

„Dringendst gesucht:

Berufsmäßiger Oberbürgermeister für die Landeshauptstadt München. Entsprechende Vorbildung und Bewährung im kommunalen Dienst laut Beschluß des Stadtrates vom 17. März nicht erforderlich.

Garantierte Mindestvergütung jährlich 50 940 DM. Überparteiliche Fachkräfte unerwünscht! Bewerbungen sind (je nachdem) an die Geschäftsstellen der SPD oder CSU in München zu richten.“