Die Staatliche Kreditanstalt Oldenburg-Bremen und die Bremer Landesbank, die gemeinschaftlich verwaltet werden, legten jetzt ihren Geschäftsbericht für 1958 vor. Beide staatlichen Spitzeninstitute – die 75 jährige Staatliche Kreditanstalt betreibt in erster Linie das langfristige Geschäft, während die Bremer Landesbank das kurzfristige Kredit- und das sonstige Bankgeschäft wahrnimmt – haben im Geschäftsjahr erneut ihre kreditwirtschaftliche Bedeutung für das Gebiet zwischen Weser und Ems unter Beweis gestellt. Das zusammengefaßte Bilanzvolumen, das vor 20 Jahren noch 234 Mill. RM betrug, und 1957 mit 1,69 Mrd. DM ausgewiesen wurde, hat im Jahre 1958 eine 10prozentige Steigerung auf 1,88 Mrd. DM erfahren. Aus dem Gewinn von 2,75 Mill. DM bei der Staatlichen Kreditanstalt und von 3 Mill. DM bei der Bremer Landesbank werden 2,0 bzw. 2,5 Mill. DM den Rücklagen zugeführt. Die haftenden Eigenmittel beider Institute belaufen sich damit auf zusammen 42,50 Mill. DM, gegenüber 38 Mill. DM Ende 1957. Das Stammkapital beider Institute wird wie in den Vorjahren wieder mit 5 v. H. verzinst.

Zur Entwicklung des Kapitalmarktes wird von der Verwaltung festgestellt, daß es nun darauf ankomme, durch eine vorsichtige Emissions- und Zinspolitik für eine weitere Festigung zu sorgen, wobei der Erfolg nicht zuletzt von dem Verhalten der öffentlichen Hand abhängt, die 1958 mehr als ein Viertel aller Neuemissionen aufgelegt hat. In Übereinstimmung mit dem Abbau staatlicher Kapitalhilfen und deren Ersatz durch Zinssubventionen werden Wohnungsbau und Landwirtschaft zunehmend auf Kapitalmarktmittel zurückgreifen müssen. Durch Anpassung des Zinssatzes an das internationale Niveau wird das kreditsuchende Ausland vom deutschen Kapitalmarkt mehr angezogen, eine Entwicklung, die den auf Kapitalexport gerichteten Bestrebungen der Deutschen Bundesbank entgegenkommt. Bisher hatte nach Feststellung der beiden Institute durch eine verstärkte Importpolitik im wesentlichen nur kurzfristiges Geld den Weg ins Ausland gefunden.

Bemerkenswert sind die Feststellungen über den unverändert hohen Investitionsbedarf der Gemeinden als Folge der sozialen Entwicklung. Für die kommenden Jahre ist mit einer steigenden finanziellen Belastung zu rechnen. Die Höhe der kommunalen Schuldenlasten bedarf bereits jetzt in einzelnen Fällen einer kritischen Prüfung, wenn auch bei der überwiegenden Zahl der Gemeinden und Gemeindeverbänden des Tätigkeitsraums beider Institute der jährliche Kapitaldienst noch unter 15 Prozent des Steueraufkommens liegt. S m l