Eines Tages traf bei uns der nebenstehend abgedruckte Brief ein. Manfred George, Chefredakteur der in New York erscheinenden Zeitung „Aufbau“, schrieb uns, beunruhigt durch die Fälle Zind, Eisele, Nieland, und fragte, welche Bedeutung wir diesen antisemitischen Kundgebungen beimessen. Ob sie einen neu-erwachenden Antisemitismus aizeigen oder ob es sich vielmehr um eine zufällige Häufung handelt, die vielleicht auch durch die aufgebrachte Öffentlichkeit in Deutschland über die ihr im Grunde zukommende Bedeutung hinaus aufgebauscht worden ist? Auf diese Frage gibt es sicherlich viele verschiedene Antworten, je nach der soziologischen Umwelt, dem Alter, ja vielleicht sogar je nach dem geographischen Standort des Urteilenden. Wir wollten darum die Beantwortung der so gewichtigen Frage nicht allein übernehmen und haben deshalb eine Reihe führender Persönlichkeiten in der Bundesrepublik gebeten, zu diesem schwierigen Problem ihre Meinung zu sagen.