In einer unverblümten Filmfarce „Some like it Hot“ ist Marilyn Monroe nach langer Zeit wieder einmal zu sehen. Nach einer Erzählung von M. Thoeren und B. Logan schrieben Billy Wilder und I. A. L. Dramond das Drehbuch, das so etwas wie eine verwegene Variante von „Charleys Tante“ geworden ist. Auf Mystery-Hintergrund; denn die ungenierten Autoren lassen zwei „Band“-Musiker auftreten, die unfreiwillige und dadurch gefährdete Zeugen eines Gangstermordes werden. Der seltsame Ausweg ist der, daß die beiden sich als Mitglieder eines weiblichen Orchesters verkleiden. Marilyn fällt in Liebe zu einem von ihnen, und Fülle wie Art der grotesken Verwicklungen sind leicht zu erraten.

Da Billy Wilder den Film auch inszeniert hat, behält er trotz allem ein gewisses Niveau und hat viele originelle Einfälle. Marilyn ist „kurvenreich“ wie immer und nicht ohne Anmut drollig. Ihre Rolle ist allerdings recht konventionell und traditionell. Die Vielbetratschte hat mehr Tajent, als sie hier zeigen kann. Aber man wollte sie offensichtlich als Kassenmagneten einsetzen, und dies scheint vollauf gelungen zu sein. Die beiden Männer spielen ihre Frauenrollen dezent und amüsant. Billy Wilder erntet bei der New Yorker Premiere viel Lob für seine Geschicklichkeit, mit der er sein Filmhandwerk ausübt. L. U.

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Etwas mühsam hat Billy Wilder seinen Wildwest-Film „Weites Land“ bewältigt, (in mehreren Kinos der Bundesrepublik). Die Klasse von „Zwölf Uhr mittags“ erreicht er nicht. Man merkt Wilders unverkennbare Handschrift, aber man merkt auch, daß es nicht leicht für ihn war, mit Technicolor und Technirama zu sagen, wie groß dieses Texas ist. Der Film kostet drei Millionen Dollar, und man darf fast drei Stunden davor sitzen. Aber man erfährt nicht mehr, als daß das weite Land viel zu groß zu sein scheint für seine kleinen Menschen: zwei feindliche Viehzüchterfamilien, die nichts gemeinsam haben als einen ausgeprägten Instinkt für Brutalität. Die Schauspieler (Gregory Peck, Jean Simmons, Caroll Baker, bekannt als Baby Doll), tun ihr Bestes, um ihre kleinen Affären wichtig erscheinen zu lassen, aber die Weite, die die Kamera ins Blickfeld gebracht hat, verschlingt sie. EM