hst./Köln

Der Leiter des Städtischen Nachrichtenamtes in Köln, Dr. Schmitt-Rost, hatte sich am 1. April kaum an seinen Schreibtisch gesetzt, als auch schon das Telephon schellte. Eine aufgeregte Mädchenstimme verlangte „Dr. Schmitt-Rost persönlich“ zu sprechen.

„Am Apparat“, sagte der städtische Nachrichtenchef. Sie wolle sich als Statistin bewerben, erklärte das Mädchen, denn sie habe schon immer zum Film gehen wollen, und auch ihre Bekannten sagten immer...

Er habe nichts mit dem Film zu tun, unterbrach der Doktor und wollte einhängen. Jedoch die Mädchenstimme klang so flehend, daß er sich die Sache noch einmal anhörte. Danach ging es um einen Film, für den das Nachrichtenamt Statisten suche. Erst als das Mädchen versprach, mit der nächsten Straßenbahn ins Rathaus zu kommen, um sich persönlich vorzustellen, hängte Dr. Schmitt-Rost mit einem knappen „falsch verbunden“ ein.

Dr. Schmitt-Rost war noch mit dem Gedanken beschäftigt, was das zu bedeuten habe, als sich am Telephon wieder eine Dame meldete. Sie pries ihre Figur und wollte einen Besuchstermin haben. Nun war der Nachrichtenchef schon wesentlich kürzer angebunden. Das nützte nichts. Bis zur Mittagspause meldeten sich beim Städtischen Nachrichtenamt in Köln 582 Anrufer, die alle zum Film wollten.

Inzwischen hatte Dr. Schmitt-Rost auch den Kölner Stadt-Anzeiger vom 1. April gelesen. Dort stand auf Seite 13 unter „Quer durch Köln“ eine einspaltige 35-Zeilen-Meldung:

Amerikaner filmen in Köln