• Die größte Sensation, die Bonn, seit es zur Hauptstadt der Bundesrepublik wurde, erlebt hat, war die Nominierung Konrad Adenauers zum Bundespräsidenten und seine Bereitschaft, die Kandidatur anzunehmen. Noch am Vormittag des 7. April hatte niemand in Bonn mit dieser Möglichkeit gerechnet, die wenige Stunden später als Meldung rund um die Welt lief.

Dieser Entschluß muß automatisch eine Umbildung des Kabinetts auslösen. Noch weiß man nicht, wieviele Ministerien ihren Chef wechseln werden und auch nicht, wer Nachfolger des Bundeskanzlers wird.

  • Auf der NATO-Außenministerkonferenz, die am Wochenende in Washington abgeschlossen wurde, erzielten die Politiker aus fünfzehn Ländern Übereinstimmung „im Grundsätzlichen“. Das heißt vor allem: Härte in der Berlin-Frage. Aber ein Lösungsvorschlag für die mitteleuropäischen Probleme zeichnet sich bislang nicht ab.

Auch nach Washington gilt: Noch immer fehlt die gemeinsame westliche Marschroute für den Gipfelanstieg.

  • Der Dalai-Lama, Tibets weltliches und geistliches Oberhaupt, hat nach abenteuerlicher Flucht indisches Territorium erreicht. Nehru versicherte, dem entkommenen „Gottkönig“ werde in Indien „respektvolle Behandlung“ zuteil werden.

In Indien mag der „Dalai-Lama ohne Thron“ den Chinesen unbequemer werden als in Lhasa der „Dalai-Lama ohne Macht“.

  • Der ehemalige französische Ministerpräsident Pierre Mendès-France begrüßte auf einer Pressekonferenz die west-östlichen Ausgleichsbemühungen Macmillans und sprach sich für eine stufenweise militärische Verdünnung in Mitteleuropa aus.