DIE ZEIT

Sind die Briten gemein zu uns?

Seit Bundeskanzler Adenauer letzte Woche seine explosive Bemerkung über die „Drahtzieher“ machte, die das englisch-deutsche Verhältnis „systematisch verschlechtern“, ist in England eine intensive Seelenerforschung im Gange.

Stichwort Oder-Neiße

Wenn man bedenkt, welche Erregung sich der Deutschen bemächtigte, als bekannt wurde, daß der Kohlepreis voraussichtlich erhöht werden würde, dann ist man doch ein wenig verwundert, daß die offiziellen Äußerungen General de Gaulles zum Problem der Oder-Neiße in der deutschen Öffentlichkeit so sang- und klanglos verhallten Niemand hat etwas dazu gesagt.

Wohin mit Nikita?

Es gibt angenehme und unangenehme Gäste. Zu welcher Sorte der sowjetische Ministerpräsident Chruschtschow zu zählen sei, der Mitte August Dänemark, Norwegen und Schweden besucht – darüber ist man sich in den skandinavischen Hauptstädten noch nicht recht klar.

Noch regiert der König in Marokko

In dem eleganten Geschäftsviertel Casablancas erhebt sich das Gebäude der UMT, das Hauptquartier des marokkanischen Gewerkschaftsbundes.

ZEITSPIEGEL

„Vielleicht wäre es klug von Marschall Montgomery, seine diplomatische Aktivität auf Gespräche mit dem ebenfalls pensionierten Marschall Schukow zu beschränken.

Der erste Bundespräsident

Die Stellung, die Aufgabe und die Arbeit des Bundespräsidenten wird in der deutschen Öffentlichkeit und damit auch in der internationalen Öffentlichkeit zu gering eingeschätzt.

Art Buchwald:: Im Memoiren-Klub

Auf unserer jüngsten Reise nach London hat uns unser guter Freund General Kilt Kooster in den Memoiren-Klub eingeladen. Der Memoiren-Klub oder MK – wie er in militärischen Kreisen kurz und knapp genannt wird – zählt zu den exklusivsten Klubs von London.

Der Prophet des Massenzeitalters

Der große französische Staatsdenker Tocqueville ist der erste gewesen, der mit scharfem Blick die politischen und soziologischen Bedingungen der auf dem Prinzip der Gleichheit basierenden Massendemokratie analysiert hat.

Asiaten treten Asiaten

Von Lenin stammt der Satz, die „Kette des Weltimperialismus“ könne auch an der Peripherie reißen............................

Sozialisierte Liebe

Einen Ehekrach muß die Brigade schlichten.“ Die Sozialistische Einheitspartei ist im Begriff, neue Pläne zu verwirklichen, durch die nun auch die private Sphäre erfaßt und reglementiert werden soll.

My home, my castle

Vom Recht am eigenen Bild ist oft die Rede. Bekanntlich kann jeder Bundesbürger es sich verbitten, daß ohne seine Einwilligung sein Bild veröffentlicht wird – es sei denn, er ist eine Persönlichkeit der Zeitgeschichte.

Niedersachsen: Das ganze Lager ist ein riesiges Grab

Ben, Sehen Vierzehn Jahre sind seit dem Tage vergangen; an dem das Konzentrationslager Bergen-Belsen befreit wurde. Am Sonntag veranstaltete der Zentralrat der Juden in Deutschland aus diesem Anlaß eine Gedenkfeier.

Bayern: Verletztes Wahlgeheimnis?

In der oberfränkischen Gemeinde mit dem Namen Himmelkron herrscht große Aufregung. Hans Fischer, Vorsitzender der örtlichen SPD, galt in dem rund 1600 Einwohner zählenden Örtchen im Landkreis Kulmbach bislang als besonnener Mann und als wackerer Demokrat.

Nicht mehr wenn der Hahn kräht

Wir fanden es gut (DIE ZEIT vom 26. März), daß in Baden-Württemberg der Schulunterricht neuerdings nicht vor 7.45 Uhr beginnen darf.

Saarland: Jüngste Autobahn

Der Autofahrer, der im kommenden Jahr auf der neuen Autobahn Kaiserslautern-Saarbrücken bei Homburg über die ehemalige Zollgrenze des Saarlandes fahren, wird, rollt über Hochofenschlacke.

Wer ist der Lolita-Autor?

Bei unseren westlichen Nachbarn ist seit Monaten der „Kampf um Lolita“ entbrannt, um jenen Roman also, den die einen als genialstes Erzählwerk der Nach-Joyce-Epoche preisen, während ihn die anderen als infame Pornographie empört ablehnen.

ZEITMOSAIK

Theseus, der Herzog von Athen, wird einen Cowboyhut tragen, und Hippolyta, die Königin der Amazonen, soll die Tochter eines Indianerhäuptlings sein in der „texanischen“ Fassung des „Sommernachtstraums“, den Studenten des Howard Payne College während der internationalen Festspiele der Studentenbühnen, Ende Juli, in Bristol aufführen wollen.

Medizin ist unteilbar

In München bemühten sich zweitausend Chirurg gen, in Wiesbaden mehr als zweitausend Internisten, die verwirrende Fülle neuer Krankheitsvarianten und neuer Heilmethoden auseinander- und zusammenzuhalten.

Absturz eines Autors

Man soll doch vorsichtig sein mit Prognosen, wenn einem Autor einmal ein gutes Buch gelungen ist! Nach dem Roman „Der Andere“ von John Hearne, dem jungen, westindischen Schriftsteller, durfte man glauben, hier „Talent und Substanz“ gepaart vor sich zu haben – eine wertbeständige, zuverlässige Legierung, die nicht so leicht versagt.

Antwort des Fachwesens

Einer der rührigsten Leute im literarischen Leben dieses unseres Landes ist Hartfrid Voss. Immer wieder findet man seinen Namen als den des Verantwortlichen für irgendeinen neuen Einfall, der Interesse und Unterstützung verdient.

Gang durch das Chaos

Kein zweiter deutscher Dichter repräsentiert so schroff, so wüst, so reich und so erbarmungslos die chaotische Fülle des Herzens wie des Hirns, das sich bis zur äußersten Selbstzerfleischung.

Bin ich meines Bruders Hüter?

würde man gern in die höchsten Bereiche literarischer Hierarchie einstufen, denn er versucht, komplizierteste Fragen der modernen Existenz künstlerisch zu bewältigen – alle zusammenklingend in der Grundfrage: Bin ich meines Bruders Hüter? Aber er löst seine Aufgabe nicht.

Eine gute Regierung ist wichtig

Bonn steht in einer schweren Krise, und jetzt können parteipolitische Gesichtspunkte den gesamtdeutschen Interessen in der Tat zum Verhängnis werden.

Menschenfresserbuch

Sie mag ein bißchen unfair sein, diese Überschrift vom Menschenfresserbuch, denn es ist kein Buch, das hauptthematisch von Kannibalismus handelt, das nicht.

Der Unternehmer

Es war eine bemerkenswerte Sprache, mit der Heinrich Gutermuth, der erste Vorsitzende der westdeutschen Bergarbeitergewerkschaft, in Düsseldorf die Delegierten seines Verbandes aufforderte, die Vereinbarung über die Fünftagewoche im Steinkohlenbergbau zu ratifizieren – jenes Arbeitzeitabkommen also, das von beiden Tarifpartnern Opfer verlangt.

„Erwünschte Machtballungen“ gibt es nicht

Als ein Hauptergebnis, des Wirtschaftstages der CDU/CSU in Hannover darf festgehalten werden, daß es gelungen ist, in der Frage der Besitz- und Unternehmenskonzentration wieder Boden’ unter die Füße zu bekommen.

Eine Kette ohne Ende

Die Vorschläge, die der Vorstand der Bundesbahn gemacht hat, fanden auf der Sitzung des Großen Verkehrsausschusses des Industrie- und Handelstages in Essen ein positives Echo.

Schuldner zu erwarten

Als sich die Bundesbank Ende 1958 dazu entschloß, die volle Konvertibilität der D-Mark herzustellen, ließ sie einige administrative Hürden bestehen, die kurzfristige ausländische Vermögensanlagen in Deutschland abwehren sollten.

Gipfelkonferenz mit Pferdefuß

Schon in Chruschtschows Entwurf eines Friedensvertrags mit Deutschland findet sich, versteckt unter dem blassen Titel „Wirtschaftliche Bestimmungen“ als 39.

Mehr Hilfe – weniger Zwang

Will man die Leitgedanken des Referenten Entwurfs in einem Satz zusammenfassen, so kann man aus seiner Begründung zitieren „Zusammenfassend sieht der Entwurf seine Aufgabe nicht in einer revolutionären Umgestaltung der heutigen sozialen Krankenversicherung, sondern in einer Evolution, in einer Weiterentwicklung der bestehenden Einrichtungen.

So viele Kranke gibt es nicht

In letzter Zeit wurden jährlich über 100 Millionen Krankenscheine in der Bundesrepublik ausgegeben. Auch dies zeigt, wie bedenkenlos die Kassen beansprucht werden; denn so viele Kranke dürfte es wohl in einem Jahr nie geben – selbst dann nicht, wenn man jeden Bagatellfall berücksichtigt.

Phoenix-Rheinrohr atmet wieder auf

Der Abschluß der Phoenix-Rheinrohr AG, Vereinigte Hütten- und Röhrenwerke, Düsseldorf, ist typisch für die Entwicklung der Eisen- und Stahlindustrie im Geschäftsjahr 1957/58.

Farben-Bayer: Segen aus der Retorte

Als erster der drei großen IG-Farben-Nachfolger hat in diesem Jahre die Farbenfabriken Bayer AG, Leverkusen, ihre ausgezeichnete Bilanz für das Geschäftsjahr 1958 veröffentlicht.

Die Börse brachte das Geschäft

Wenn der Aktionär der Dresdner Bank AG die Bilanz für 1958 durchsieht und zugleich eine Bilanz darüber aufmacht, was ihm seine Aktien in den zurückliegenden 12 Monaten eingetragen haben, dann wird er feststellen, daß seine Papiere eine ganz ausgezeichnete Anlage gewesen sind.

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