Dd, Saarbrücken

Der Autofahrer, der im kommenden Jahr auf der neuen Autobahn Kaiserslautern-Saarbrücken bei Homburg über die ehemalige Zollgrenze des Saarlandes fahren, wird, rollt über Hochofenschlacke. Der Unterbau dieser 24 Kilometer langen Autobahnstrecke durch das jüngste Bundesland besteht nämlich aus diesem Abfallprodukt.

Der im August 1956 von Landesverkehrsminister Erich Schwertner begonnene Bau soll zum Jahresende 1959, etwa gleichzeitig mit der wirtschaftlichen Rückgliederung des Saarlandes, fertiggestellt werden. Das Anschlußstück in Rheinland-Pfalz – von der Ausfahrt Landstuhl-Hauptstuhl (Kreis Kaiserslautern) bis zur heute noch bestehenden Zollgrenze bei Eichelscheid-Vogelbach – geht gleichfalls seiner Vollendung entgegen. Spätestens 1960 wird also das Saarland von der Auffahrt Sengscheid bei Saarbrücken über Kaiserslautern-Frankenthal an das deutsche Autobahnnetz angeschlossen sein.

Bei dem raschen Bautempo war die Aufgabe, eine Million Tonnen Gesteinsmaterial für den Unterbau zu beschaffen – rund 3000 Tonnen täglich! – nicht anders zu lösen als durch die Verwendung der in der saarländischen Hüttenindustrie reichlich anfallenden Hochofenschlacke. Es konnten auf diese Weise auch beträchtliche Haldenbestände abgebaut werden. Die besondere chemische Zusammensetzung der Saarschlacke begünstigte den Versuch. Nach den bisherigen Meßergebnissen hat der neuartige Fahrbahn-Unterbau alle Probebelastungen glänzend bestanden.