Dd, Wiesbaden

Das „Soll“ für die hessischen Landes-Polizeidiensthunde ist nach dem Etat-Entwurf 1959/60 von 150 auf 90 herabgesetzt worden. Außerdem erscheint unter „Einnahmen“ ein Betrag von 800 Mark für den Verkauf überzähliger Tiere. Da die Hunde mit dem hessischen Staat keinen Dienstvertrag abgeschlossen haben, können sie gegen den drohenden Verlust ihrer Arbeitsplätze und ihrer Stellung im öffentlichen Leben nicht arbeitsgerichtlich vorgehen.

Während in fast allen Zweigen der hessischen Landesverwaltung ständig eine Personalvermehrung zu beklagen ist, sehen sich also die staatlichen Vierbeiner einem drastischen Stellenabbau gegenüber. Obendrein werden die täglichen Futterkosten für kommunale Polizeihunde, die zur staatlichen Hundeführerchule in Mülheim am Main kommandiert worden sind, nur noch mit 70 Pfennig angegeben, während nach dem Haushaltsplan 1958 der Futtersatz allgemein 1,30 Mark betrug. Man scheint die armen Vierbeiner zwingen zu wollen, die letzten gehorteten Knochen auszugraben. Der Entkräftung und dem Siechtum werden sie andererseits nicht preisgegeben, denn es stehen pro Hund und Jahr 20 Mark für veterinärärztliche Betreuung zur Verfügung.