New York, im April

Der Film „Schall und Wahn“ (The Sound am the Fury) basiert auf der Erzählung William Faulkners, die ihren Titel einem „Macbeth“-Zita: entnahm. Die New Yorker Filmkritik ist sich darüber einig, daß der Film wenig „Inhalt“ habe, womit seine begrenzte Handlung gemeint ist, wie ja bei Faulkner immer die Schilderung der Gestalter und die Dialoge überwiegen. Nun bewegt sich diesmal in der Tat die Geschichte einer trunksüchtiger und sexualverwirrten Familie aus dem Süden der Staaten ein wenig im Kreise. Die wüsten Streitszenei und wirren Gespräche innerhalb dieser Familie vor pathologischen Hassern und Schwachsinnigen haben viel Schärfe, aber wenig geistigen Gehalt. Der Film entwickelt sich mehr oder weniger, wie man es erwartet; man braucht deswegen noch kein Psychiater zu sein.

Gespielt wird mit großem Impetus, so von Ym Brynner, dem „regierenden“ Familienonkel, und seiner minderjährigen, liebessüchtigen Nichte (Joanne Woodward), Der Regisseur hat allerdings Faulkner grimmige Texte kaum beachtet und sich mehr um jenes Filmtempo gekümmert, das gerade dem Geist Faulkners wenig entspricht. Es ist dies nun schon der wiederholte Versuch, Faulkners scharfzüngige Werke für Filmeffekte zu verwenden, um nicht zu sagen: zu mißbrauchen. Etwas von seiner gewaltigen Wort- und Bildwirkung bleibt natürlich immer haften. So auch hier ... L. U.