• Im Rundfunk erläuterte Adenauer seine Präsidentschaftskandidatur. Kanzler Adenauer versicherte, unter Präsident Adenauer werde sich an der außenpolitischen Haltung der Bundesregierung „kein Buchstabe ändern“. Zwei weitere Bemerkungen wurden übel vermerkt – die eine im Inland (er werde das Bundespräsidentenamt dessen Bedeutung entsprechend ausfüllen), die andere in England („Drahtzieher“ verschlechterten systematisch das deutsch-englische Verhältnis).

Affront gegen Heuss? Affront gegen England? Oder nur zwei Ungeschicklichkeiten?

  • Frankreichs Ministerpräsident Debré und Englands Premier Macmillan besprachen in London die westliche Gipfelpolitik sowie das Verhältnis ihrer Länder zum Nahen Osten und zu Afrika. Sie stellten „tiefe und weitgehende Übereinstimmung“ fest.

Paris bemüht sich weiter, stärker an der politischen Planung des Westens beteiligt zu werden: De Gaulle strebt noch immer einen Aufsichtsratsposten im westlichen Konzern an.

  • Auf der Genfer Atomkonferenz haben Amerika und England ein Verbotsabkommen für Atomversuche auf der Erdoberfläche sowie in der Atmosphäre bis 50 Kilometer Höhe und unter Wasser vorgeschlagen. Der dritte Konferenzpartner, die Sowjetunion, ist bisher auf diesen Vorschlag nicht eingegangen.

Über viele Einzelpunkte eines möglichen Atomabkommens wurde bei den Genfer Beratungen inzwischen Übereinstimmung erzielt. Offen aber ist noch immer die Kardinalfrage: Wer kontrolliert wen – und wo?

  • In Beirut tagte die Arabische Liga, die 1945 gegründet worden war, um die arabische Einheit gegen die Kolonialmächte zu stärken. Diesmal handelte es sich darum, die innerarabischen Gegensätze zwischen Kassem und Nasser zu schlichten. Es gelang Nasser nicht, eine Ächtung der kommunistischen Bewegung im Irak zu erreichen.