Das schon in den vergangenen Jahren umfassende Angebot der Büroindustrie ist diesmal in Hannover noch lückenloser. Der Neubau der Halle 17 als „Messe der Büroindustrie“ ist zu dieser Messe vollendet und bietet damit zusätzlich 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Die Erhöhung der Ausstellerzahl auf 446 (Vorjahr 402) geht vor allem von dem weiter verstärkten internationalen Angebot aus, so daß auch unter den 88 ausländischen Firmen nahezu alles vertreten sein wird, was auf dem internationalen Markt einen Namen hat.

Die Messeerwartungen der Aussteller werden sehr unterschiedlich sein. Bei der Vielseitigkeit des Angebots und den unterschiedlichen Absatzwegen kann das nicht anders sein. Für die Großunternehmen der Büromaschinenindustrie werden Ausbau und Pflege des Kontakts mit den in- und ausländischen Fachhändlern im Vordergrund stehen. Aber nicht nur die Händler informieren sich auf dieser großen Fachmesse in Halle 17. Immer mehr benutzen selbst erfahrene Organisationsleiter diese Messe, um sich über die Möglichkeiten zu unterrichten, die Arbeit in ihren Büros zu beschleunigen, zu erleichtern und die gesamte Verwaltung übersichtlicher zu machen. So wird auch diesmal die Halle der Büroindustrie wieder zu einem wichtigen Treffpunkt von Herstellern und Verbrauchern aus aller Welt.

In der Büromaschinenindustrie sind im großen und ganzen nicht nur die Aussichten für die deutschen Aussteller günstig; auch die ausländische Konkurrenz hat gute Chancen. Im letzten Jahr ist die Ausfuhr der westdeutschen Büromaschinenindustrie auf über 300 Millionen DM gestiegen, das sind 14 v. H. mehr als 1957. Eine solche Zuwachsrate erlebten nicht mehr viele Zweige der deutschen Industrie. Aber auch die Einfuhren in die Bundesrepublik haben zugenommen von 112 auf etwa 140 Mill. DM. Genaue Übersichten der Herkunftsländer liegen noch nicht vor; es ist jedoch anzunehmen, daß die meisten Büromaschinen erneut aus den Vereinigten Staaten und aus Italien gekommen sind. Diese enorme Einfuhrerhöhung und der gleichzeitig weiter gewachsene deutsche Export sind überzeugende Daten für die noch immer lebhafte Nachfrage nach Büromaschinen.

Der Produktionswert der westdeutschen Büromaschinenindustrie (einschließlich Westberlin) stieg 1958 um fast 8 v. H. auf rund 780 Millionen DM; das ist zwar ein geringeres Wachstum als von 1956 zu 1957 (von 633 auf 725 Mill. DM); aber dennoch besonders im Vergleich zur Gesamtwirtschaft Zeichen einer fortschreitenden Ausweitung.

Besonders Kleinschreibmaschinen sind für viele deutsche Hersteller das Geschäft. Im Jahre 1957 wurden in Westdeutschland 460 000 Kleinschreibmaschinen produziert, im letzten Jahr waren es schon 616 000! Die Herstellung von Standardmaschinen nahm dagegen nur noch gering um 9000 auf 274 000 zu. Über den Absatz von teil- und vollelektrischen Schreibmaschinen liegen noch keine Zahlen vor. 1957 waren es etwa 13 000. Von einem sprunghaften Produktionsanstieg wird hier sicher keine Rede sein. Eine hochqualifizierte Büromaschine bedarf allgemein nicht bloß einer langen Entwicklungszeit; auch die Büros brauchen einige Zeit, um die Maschinen in ihre Organisation sinnvoll einzubauen.

Die starke Produktionssteigerung an Kleinschreibmaschinen ist auch einer steigenden Auslandsnachfrage zu danken. Als führendes Exportland von Schreibmaschinen (der westdeutsche Anteil an der Weltproduktion stieg auf über 20 v. H.) exportierte Westdeutschland 1958 251 000 Kleinschreibmaschinen und 151 000 Standardschreibmaschinen in fast alle Länder der Welt. Die Vereinigten Staaten dürften dabei genauso wie im Vorjahr unter den Einfuhrländern an erster Stelle stehen.

Interessant ist, daß auch im Export die Nachfrage nach Kleinschreibmaschinen wesentlich stärker wächst als die nach Standardmaschinen.