Zu den Industriegruppen, die sich für eine langfristige Beteiligung an der Deutschen Industrie-Messe Hannover verpflichtet und damit die Bedeutung dieser Messe nachdrücklich anerkannt haben, gehört auch die Feinmechanik und Optik. Einige Branchen dieser Industriegruppe können in diesem Jahr einen geschlosseneren Überblick über ihr Produktionsprogramm bieten, als es in den Vorjahren wegen der nicht ausreichenden Ausstellungsfläche möglich war. Die Zahl der Aussteller erhöht sich auf etwa 200, von denen allein 132 in der Halle 5 ihre Erzeugnisse zeigen. Das vielgestaltige Angebot der Feinmechanik und Optik richtet sich an sehr differenzierte Abnehmerkreise; etwa 70 Firmen sind daher in anderen Hallen vertreten, da ihre Kunden zu den typischen Besuchern dieser Hallen gehören. Besondere Schwerpunkte haben sich dabei in den Hallen der Büroindustrie (17) und der Elektroindustrie (10, 11 und 13) gebildet

Diese steigende Beteiligung ist nicht ein Symptom für eine Absatzkrise. Zwar wurden 1958 die in den Vorjahren üblichen Zuwachsraten bei Produktion und Umsatz nicht erreicht; Wer aber hätte das angesichts der gesamtwirtschaftlichen Konjunkturlage erwarten wollen. Die Produktion hat 1958 gegenüber dem Vorjahr nochmals um 2 v. H. zugenommen und auch der Export konnte wiederum gesteigert werden. Lediglich im Bereich der Augenoptik und der Photo- und Kinotechnik mußten leichte Rückgänge in Kauf genommen werden, die allerdings durch die anhaltende Expansion in den übrigen Sektoren mehr als ausgeglichen wurden.

Es soll dabei aber nicht verschwiegen werden, daß der Tiefstand der Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt zu gewissen Sorgen Anlaß gibt. Die Weltrohstoffländer sind dadurch in ihrer Kaufkraft stark geschwächt und nehmen zu planwirtschaftlichen Maßnahmen ihre Zuflucht, die den freien Wettbewerb auch für feinmechanische und optische Erzeugnisse erheblich erschweren. Das bezieht sich besonders auf den Konsumgütersektor, der ohnehin schon in vielen Ländern, u. a. in Südamerika, aber auch in Frankreich und Großbritannien, wegen der dort bestehenden Einfuhrrestriktionen, erheblichen Schwierigkeiten gegenübersteht. Das japanische Angebot tritt zudem in einzelnen Ländern stärker in Erscheinung. Dabei darf aber nicht außer acht gelassen werden, daß es sich hierbei um Einzelbranchen (wie z. B. photographische Erzeugnisse, Ferngläser und Mikroskope) handelt. Eine besondere Aktivität entwickelt Japan in den USA, dem Hauptabsatzmarkt auch der deutschen Industrie. Das konnte allerdings nicht hindern, daß die westdeutschen Kameraexporte (laut Veröffentlichung des U. S. Department of Commerce) nach den USA 1958 einen Wert von 10 Mill. $ erreichten, was einer Steigerung gegenüber 1957 um 5,7 v. H. entspricht, während die japanischen Einfuhren 1958 um 12,3 v. H. gegenüber dem Vorjahre zurückgingen. H. N.