Die Frankfurter Bank (sie führt ihre Tradition auf die alte reichsstädtische Notenbank zurück) ist heute eine filiallose Geschäftsbank mit einem Bilanzvolumen von rund 600 Mill. DM. Der Schwerpunkt ihres Geschäftes liegt bei der Finanzierung von Industrie- und Handelsunternehmen. Sie beschränkt sich dabei keineswegs auf den Frankfurter Raum. Von dem Kreditvolumen in einem Betrage von weit mehr als 300 Mill. DM fallen etwa 90 v. H. auf diesen Kundenkreis. Die Mittel für ihre Ausleihungen gewinnt die Bank vor allem aus den bei ihr unterhaltenen’-Einlagen von mehr als einer halben Milliarde DM, von denen etwa 60 v. H. von der privaten Banckundschaft kommen. 40 v. H. der Einlagen werden aber auch von Banken unterhalten. Wie viele andere filiallose Institute refinanziert sich also die Frankfurter Bank zu einem Teil bei anderen Geldinstituten; legt aber bei diesen auch wesentliche Beträge an. Den Bankeinlagen in Höhe von 197 Mill. DM stehen so Nostroguthaben im Betrage von 163 Mill. DM gegenüber. Das hat der Frankfurter Bank eine beachtliche Stellung innerhalb des Geldmarktes gegeben. Sie hat damit größere finanzielle Beweglichkeit erhalten, durch die die Vorzüge, die einem filiallosen Institut eigen sind, erst richtig zur Geltung kommen. Diese liegen vor allem darin, daß jedes Geschäft unmittelbar und ohne Zeitverzug von der Zentrale abgewickelt wird. Es ist klar, daß ein solcherart organisiertes Institut sich vor allem mit dem Industriegeschäft befaßt, und daß es sich nicht in Kleinstkrediten verzetteln kann. Das hat seine Vorteile; vor allem erlaubt es einen kostengünstig arbeitenden Geschäftsapparat, aber auch Nachteile. Der Druck auf die Konditionen ist bei der Großkundschaft stärker als sonst.

In den allgemeinen Bemerkungen im Geschäftsbericht 1958 spricht sie im Zusammenhang mit dieser Frage von einer überall in der Bundesrepublik zu beobachtenden Verlagerung von den Sicht- zu den höher verzinslichen Termineinlagen. Dabei zeigen internationale Vergleiche, daß bei den ausländischen Banken der Anteil der befristeten Einlagen in der Regel wesentlich niedriger liegt als bei den deutschen Kreditinstituten. Das bringt im internationalen Geschäft der ausländischen Bankenwelt Wettbewerbsvorteile. Die Bilanz der Frankfurter Bank, deren Struktur sich 1958 gegenüber 1957 im allgemeinen wenig verändert hat, läßt erkennen, daß auch hier die Termineinlagen wesentlich stärker sind als die Sichteinlagen. Die Frankfurter Bank hat versucht, aus dieser Klemme herauszukommen. Sie vermochte sich vor allem dank eines erweiterten Geldgeschäftes den sich aus dieser Entwicklung ergebenden Konsequenzen weitgehend zu entziehen.

Alles in allem wurden Erträge erwirtschaftet, die es erlaubten, den Rücklagen nochmals zwei Mill. DM zuzuweisen und darüber hinaus einen Reingewinn zu erzielen, der es gestattet, auf das nunmehr 15 Mill. DM betragende Grundkapital 14 (12) v. H. zu zahlen. W. R.

Die Deutsche Dunlop Gummi Compagnie AG in Hanau wird nach einer Empfehlung ihres Vorstandes für das Jahr 1958 auf das Aktienkapital von 40 Mill. DM eine Dividende von 15 (12 1/2) v. H. ausschütten. Dunlop erwähnt im Geschäftsbericht, daß im Gegensatz zu den beiden vorausgegangenen Jahren, die der westdeutschen Reifenindustrie eine gewisse allgemeine Stagnation und in einigen Sparten sogar rückläufige Wertumsätze gebracht hatten, für das Berichtsjahr eine in weiten Bereichen erfreuliche Aufwärtsentwicklung festzustellen sei, obwohl in den verschiedenen Reifengruppen die Entwicklung unterschiedlich gewesen ist. Insgesamt aber hatte die Reifenindustrie eine Umsatzerhöhung gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen.